In dieser Kolumne versuche ich zu begreifen, was so toll an der ersten “Marvel-Familie” ist. Nach ein paar glücklosen Versuchen einzelne Hefte von ihnen zu lesen, damals als es noch “Marvel Deutschland” gab, bis hin zu wenigen Versuchen bei Panini Comics und bei dem “Best of” von der FAZ verstehe ich immer noch nicht ganz, was es an dem Gummiband, der Unsichtbaren, der Fackel und dem großen hässlichen DING zu mögen gibt. Es bedarf Aufklärung!

Nachdem ich bei “Marvel Deutschland” in die “Klischee-Superheldenfamilie” reingeschnuppert hab, dachte ich Jahre später, man könnte ja wenigstens die “Fantastischen 4 FAZ”-Ausgabe ja probieren. Wenn sich Leute hingesetzt haben und gewissermaßen eine Essenz dieser Serie gemacht haben, indem sie die besten Geschichten in einem Band reinsetzten, muss ja etwas Anständiges dabei rauskommen.

Doch leider erwartete mich hier dasselbe. Krude Geschichten, die weder Fisch noch Fleisch sind. Nehmen wir die “FAZ-Ausgabe” als Beispiel. Mit Galactus und dem Silver Surfer und dem, der den blödesten Namen überhaupt hat, der Beobachter bekommt man eine Weltraumgeschichte zu lesen. Irgendwie scheine ich auch hier der einzige zu sein, der den ganzen Weltraum-Aspekt bei den FV nicht angemessen findet. Auch die nachfolgenden Geschichten mit Dr.Doom, der ach so böse die FV in eine Miniaturwelt versetzt, um da voll fies Reed Richards zu demütigen, indem er ihn wissenschaftliche Geräte zeigt, die Richards nicht benutzen darf, weil er in dieser Welt ja nur ein Lehrer und kein Wissenschaftler ist. Fies! Und mit dieser Geschichte wird auch der Erzfeind der FV vorgeführt, der genauso klischeehaft ist wie die Helden der Serie. Mit ach so tollen Plänen, einer recht lächerlichen Origin und all den anderen Klischees, wie den Helden seine Pläne verraten, passt er perfekt in das Bild dieser Serie.

Am meisten stört mich einfach die Charakterisierung der Hauptpersonen. Sie sind alle so oberflächlich und einfach. Sei es Reed Richards, der Professor, der nur seine Arbeit im Sinn hat und dermaßen übertriebene Erfindungen an den Tag legt oder “Die Fackel”, der mit tollen Sprüchen und von irgendwelchen Rockstarplänen immer auftritt. Der Drama/Soap-Effekt ist für mich noch das Interessanteste an der Serie und mir ist schon bewusst, dass der Schwerpunkt der Serie einfach auf einen gewissen Charme liegt und Geschichten, die so abgedreht sind, dass man sich als Leser darin verlieren kann, ähnlich wie es bei “All Star Superman” ist, aber irgendwie scheint das kaum ein Autor bei den FV zu schaffen. So wirkt diese Serie genauso wie ihre Kinofilme, billig und oberflächlich, dafür ohne Charme. Ich kann damit zumindest nichts anfangen.

Einen kleinen Lichtblick gibt es allerdings. Die neue Serie von Millar und Hitch besitzt endlich diesen gewissen Charme, den ich sonst vergebens gesucht habe. Eine Kritik dazu folgt bald.

Falls das hier jemand liest, schreibt einen Comment und sagt mir, was ich beim Lesen der FV falsch mache oder welches Material ich von ihnen lesen sollte. Ich lasse mich gerne belehren. Betrachtet das also als einen Hilferuf!

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