Diese Kolumne beruht auf den Wissenstand bis zu den Anfängen des Countdown über das Batman-Universum, wer also Angst vor Spoilern hat, sollte jetzt aufhören.

Jason Todd ist Robin. Jason Todd ist der Robin, bei dem die Leser abstimmten, ob er leben oder sterben soll. 1988 wurde damit sein Schicksal besiegelt. Der Joker erschlug ihn mit einer Brechstange und ließ die Halle, wo Jason sich befand, explodieren. Bei dem Verlag “Dino”, der vor Panini, die DC Comics übersetzte, gab es auf den Redaktionsseiten den Running-Gag, nur Jason Todd sei wirklich Tod. Als 2003 “Hush” rauskam, war es eine spannende Geschichte über einen womöglich lebenden Jason Todd. Alles stellte sich bei Hush als Lüge und Illusion heraus und es war, so wie ich es empfinde, die klügere Entscheidung. Doch damit blieb es nicht.

Es stellte sich nur die Frage, was der Riddler mit dem Leichnam von Jason gemacht hat und als Fan ahnte man an dieser Stelle schon Übles. Dass die Lösung auf diese Frage mit “Under the hood” schon so schnell kam, ahnte man allerdings nicht. Die Lösung, wer unter der Maske des neuen Vigilanten “Red Hood” steckte, war so plumb wie einfach. DC holte den zweiten Robin in dieser Form wieder und zwar als dunklen Robin/Batman-Verschnitt. Die Einführungsgeschichte war interessant und rasant geschrieben, aber die Antwort auf die Frage, wie er wieder lebendig wurde und wie sich dieser Charakter entwickeln würde, gab es noch nicht. Wie er wieder auf Erden wandeln konnte, wurde kurz und bündig in einem einzigen US-Heft erklärt, ohne viel Zeit zu verschwenden. Es regte viele Leser auf, dass die Antwort auf sein Dasein mit einem Schlag des Superman Prime geklärt wurde, aber ich fand, dass es “okay” war. Sicherlich kein Meisterstück der Erzählkunst und alles andere als originell und logisch, aber nun gut. Wie sich der Charakter entwickelt hatte, ist aber viel schlimmer. Vom verschwundenen Leichnam zum wiederbelebten Nemesis, der Rache will, war noch interessant, auch wenn der Tod tragisch genug war, um ihn so ad absurdum zu führen. Nach der “Infinite Crisis” führten sie ihn allerdings als Verbündeten ein. Er war zwar noch rebellisch und noch düsterer als der düstere Batman, der Prozeß zum Mitglied der Batman-Familie fing schon an. Als zweiter Nightwing mordend durch New York City zeigt nun ein Teaserbild, wie er ein neues Kostüm trägt und abermals mehr Anti-Held und verstoßenes Mitglied der Batman-Familie bleiben wird.

Versteht mich nicht falsch. Ich bin ein Fan von jeglichem Mitglied der Batman-Family, aber es ist echt schade, wohin sich der Charakter in kürzester Zeit entwickelt. Wenn es in diesem Tempo weiter geht, wird er ein Superheld unter vielen sein und “A death in the family” wird ein Stück mehr verblasst sein.

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