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batman2928neuab200729variant_430“R.I.P.” ist zu Ende und zumindest ich stehe dem Event doch gespalten entgegen. Zeit für einen Rückblick auf die gesamte Reihe und ob die Saga nun wirklich so gut ist, wie viele Morrisson-Anhänger glauben möchten. Vorhang auf für eine sonderbare Erzählkunst, schrägen Gestalten, Anspielungen und interessante Details.

Die Geschichte an sich:

Die Geschichte im Allgemeinen ist auf dem ersten Blick nicht sonderlich neu. Alte klassische Elemente sind vorhanden. Ein neuer mysteriöser Gegner taucht in Gotham auf und die ersten Anzeichen Black Gloves erscheinen. Eine obskure Einladung oder auch die ersten Gesandten des Handschuhs, die den dunklen Ritter heimsuchen, sind die ersten Hinweise. Während Batman wie besessen daran arbeitet den Gegner zu besiegen, scheint er mehr und mehr den Verstand zu verlieren. Gewisse Wörter, geschickt eingesetzt, sorgen dafür, dass er seine Identität als Batman und Bruce Wayne verliert. Durch eine Ersatzidentität nimmt er Rache und kehrt zu seinen Peinigern zurück. Diese erwarten ihn und haben noch letzte Asse im Ärmel. Sein ärgster Widersacher ist im Bunde und spielt sein eigenes Spiel. Wird Batman wiedergeboren oder stirbt er endgültig?

Viel interessanter sind die weiteren Gedanken, die mit dem Event verbunden sind. “Batman: R.I.P.” ist wörtlich zu nehmen und der Grundgedanke dabei wird auch bis zum Ende vollzogen. Batman stirbt und übrig bleibt eine Ersatzidentität, ein Schutz vor Gefahren, der aktiviert wird. Batman wird gekonnt durch verschiedene Erzählelemente demontiert und wirkt damit teilweise als überrascht und durch die Feinde überwältigt dargestellt, auch wenn dieser Schritt nur teilweise vollzogen wurde, leider. Man geht damit einer ständig erweiterten Demontage Batmans aus dem Weg, stattdessen kommt die gekonnt mit seiner Wiedergeburt und seinem ganz klassischen und stärksten Auftreten als “Über-Batman” hervor, der die Situation schon immer im Griff hatte; meines Erachtens der größte Fehler so eine Wendung zu nehmen, die sämtliche Spannung auf einmal entfernt. Die ohnehin unzähligen Figuren bekommen am Ende keinen Raum mehr und man ist am Ende da, wo man angefangen hatte, nämlich vor der Demontage.

Die Hommage

Batman R.I.P. ist gespickt mit Querverweisen auf andere Werke, allerdings müssen diese ein Alter von über einem halben Jahrhundert aufweisen, um überhaupt diese Ehre zu bekommen, so scheint es zumindest. Andeutungen auf das Silver-Age bzw. Golden Age findet man überall, sei es der Kobold aus der fünften Dimension oder frührere Gerätschaften. Leider wird hier fast übertrieben, interessant ist aber, dass diese Andeutungen nicht nur Andeutungen bzw. Hommage bleiben, sondern auch Teile der späteren Geschichte spoilern wie es bei dem Kostüm von Dr. Hurt der Fall war und dem geneigten Leser so schon im Vorfeld die Verbindung zu der Wayne-Familie spoilert.

Das durchdachte Konzept

Am stärksten ist aber das durchdachte Konzept; dieses zeigt sich künstlerisch wie auch inhaltlich. Künstlerisch natürlich durch die immer wiederkehrenden Farben Schwarz und Rot, die überall auftauchen und eine Art inhaltliches Ying/Yang-Konzept bilden. Inhaltlich geht die Verkettung weit mehr als nur Figuren aus dem Run wieder auftauchen zu lassen, wobei allein das schon nett ist und das ganze rund wirken lässt mit solchen Auftritten wie Damien oder den Club der Helden. Wesentlich interessanter sind die Verkettungen in “R.I.P.” selber, denn beim zweiten oder drittem Mal lesen fallen einem immer wieder neue Elemente auf, Anspielungen auf zukünftige Sachen, die das ganze Event deutlich besser wirken lässt. Sein es die Andeutungen in “Final Crisis 0″ beim Dialog zwischen Batman und dem Joker oder auch Batmans Aufeinandertreffen mit dem schwarzen Obdachlosen.

Die Auflösungen

Die Auflösungen um die Serie sind überwiegend gut gelöst. Leichte Kost bekommt man trotzdem nicht serviert, denn zum Verständnis muss man zwischen den Zeilen lesen wie bei der Bedeutung von “Zurr-Enn-Arrh” oder aber man belässt vieles und löst es gar nicht wirklich auf wie bei der Herkunft von Dr. Hurt.

Die Erzählart

Die Erzählart, wie schon erwähnt, erzählt schnell und nimmt den Leser nicht bei der Hand. Viele elementare Sachen wie der Film, wo Mayhews mitspielt, werden nur kurz erwähnt, was nicht unbedingt schlecht ist, sondern den Leser zur erhöhten Aufmerksamkeit zwingt, doch oft übertreibt es Morrssion. Vieles wirkt zu sprunghaft und aus dem Konzept gerissen. Man ist verwirrt und nicht ganz sicher, was passiert ist, dass wird teilweise durch Daniels Zeichnungen noch unterstützt, der bildlich zur selben Zeit verwirrend zeichnet wie Morrisson erzählt. Man hat Timing!

Die Zeichnungen

Tony Daniels Zeichnungen sind solide, bis gut. Sie können überzeugen, auch wenn sie nicht unbedingt meinen Geschmack treffen. Es ist ein Stil, der keinem wirklich mißfallen sollte.

Tie-Ins

Die Tie-Ins sind leider, wie so oft, wesentlich schlechter. Außerhalb des wichtigem Batman-Universum passiert zwar auch etwas wichtiges (Outsiders), aber es kommt bei weitem nicht an die Hauptserie ran und fällt damit deutlich ab. Auch zum Verständnis ist es nicht wichtig, deswegen, wer das Event noch nicht kennt, kann ruhig auf das Paperback warten, wo lediglich die Hauptserie gesammelt ist.

Die negativen Punkte

Ich bin hin und hergerissen. Das Konzept der Demontage ist interessant, auch wenn man am Ende die Bremse zieht, ebenfalls ist es inhaltlich grob gesehen auch nichts Neues. Wer aber auf die Details achtet, das Konzept der wiederkehrenden Elemente, die Hommage oder Dr. Hurts Herkunft wie auch die schrägen Figuren, der kann begeistert werden. Leider stört auch vieles. Die Figuren sind viel zu blass, einzelne Handlungsstränge sind viel zu wenig ausgearbeitet und Morrisson erzählt manchmal zu sprunghaft bzw. zu wenig. Am schlimmsten stört aber das Ende. Es kommt keine Spannung auf, die Figuren werden kaum noch angehandelt, Batman ist wieder makellos und damit auch zu sehr dem klassischen Mythos wieder näher gebracht, außerdem ist das Ende recht lächerlich und die Brücke zu “Final Crisis” auch weniger gelungen.

Interessant, doch aufgrund der Komplexität nur für Fans.

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