Jeder liest wahrscheinlich anders. Jeder hat bestimmte Riten, wo er wann, wie ein Buch oder passender Weise ein Comic liest. Ich habe das Gefühl, dass ich eigentlich immer viel zu ungenau lese. Gerade bei dem Medium Comic, wo viele Details nicht durch das Erkennen von geschriebenen Worten, sondern durch die visuellen Details – dargestellt durch mehr oder weniger grandiose Artworks.Ein Versuch zu begreifen, ob es nur an mir liegt oder eine Folge unserer Zeit?

Ich überfliege ein US-Heft bzw. lese es innerhalb von grob geschätzten zehn Minuten. Das wunderbare daran ist, wie oft ich wieder zu einzelnen Storylines greife und mir manches Heft schon zum zehnten Mal durchgelesen habe. Doch bei jedem Lesen fallen mir immer mehr Details auf, teilweise so auffällige Details, dass ich mich frage, was ich beim ersten Mal überhaupt gesehen habe. Das ist natürlich besonders schwerwiegend, wenn man z.B. Morrissons “Final Crisis” liest, wo das Visuelle, also die Details in den Bildern zwangsweise wichtig sind, um die Handlung zu verstehen. Auch habe ich das Gefühl, dass mein Auge bei grandiosen Artworks zu wenig ruht, sondern es viel zu schnell überfliegt.Ist das von mir einfach nur ein Marotte oder geht das in einer Welt der Hast auch vielen anderen? Ich stelle das nicht nur unbedingt beim Lesen fest, sondern erschrecke, wenn ich merke, in wie vielen Bereichen meines Lebens die Hast und das “Überfliegen” die Kontrolle über mich genommen hat.

Sagt, geht es euch ähnlich oder gibt es welche, die sich noch Zeit nehmen können und ein Comic in Ruhe lesen können? Schreibt eure Meinung!

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