Aktuell tobt die “Final Crisis” im DC-Universum, oder war es die “Infinite Crisis”? Vorher fand aber “52″ statt, ach ne, die fand ja nach der “Infinite Crisis” statt, jetzt läuft vor der “Final Crisis” ja der “Countdown zur Final Crisis”. Die Apokalypse herrscht also wieder bei DC. Bei Marvel ist es nicht anders. Die ersten Vorzeichen und Tie-Ins der “Secret Invasion” kommen nach Deutschland, es ist mir aber wie gestern, als der “Civil War” passierte. Die Verläge haben den Bock zum Gärtner gemacht. Die großen Ereignisse mit zahlreichen Tie-Ins dauern mittlerweile fast länger als die “ruhige” Zeit dazwischen. Zeit, um mal einen Rückblick zu machen.

Als die “Infinite Crisis” zu Ende ging, dachte man, es würde endlich etwas ruhiger werden. Sie dauerte ja doch ein paar Monate und wurde als eine wirkliche Krise dargestellt. Doch weit gefehlt! “52″ kam und musste einem im großen Stil zeigen, was nach dem fehlenden Jahr passierte, nun kommt in Deutschland in Paperback-Form der “Countdown”, damit die “Final Crisis” kommen kann. Wie das schon klingt. Die finale Krise…Irgendwie absurd der Name…

Ich habe ca. 1997 angefangen, Comics zu sammeln. Ich bin jetzt gerade zu faul, um nachzuschauen, aber ich erinnere mich, dass gerade Hal Jordans Untergang bzw. Parallax “Erhebung” war und die “Zero Hour” wie auch die “Final Night” kamen oder schon vorbei waren. Es war die Zeit, als DC mehr Masse als Klasse in die Krisen gesteckt hatte. Es fühlte sich an, als würden sie es auf die Spitze treiben und irgendwann war damit halbwegs Ruhe. Man hatte es einfach übertrieben und langsam aber sich promotete man die “Infinite Crisis”. Zum Geburstag der “Crisis on Infinite Earths” kündigte man es als Fortsetzung an. Es gab eine Reihe von Prologen bzw. Tie Ins und Interviews, die zeigten, dass man es diesmal richtig machte. Die Krise war nach langer Zeit endlich wieder ein großes Ereignis. Dann ging sie zu Ende und ich erinnere mich, dass man am Ende der Krise schon “52″ und die “Final Crisis” (!!!) ankündigte. Urplötzlich gab es eine Trilogie und nach einem Abstand von zwei Jahrzehnten sollte der dritte Teil nun in wenigen Jahren kommen und mit dem verheißungsvollen Titel “Final Crisis” auch die finale bzw. letzte sein. Ist klar…Die letzte…Ich habe in einem vorigen Post die “Final Crisis” aufgrund von Previews und Interviews gelobt, aber DC macht sich mit diesem Titel einfach lächerlich. Es scheint, als würde man wieder auf eine Welle von Krise zusteuern wie es schon Mitter der 90er so wurde, woran auch zwangsweise die Qualität und natürlich die Glaubwürdigkeit der einzelnen Geschichten leiden.

Dass die “Crisis on Infinite Earths” vor zwanzig Jahren als erste Krise noch einen Sinn machte, abgesehen vom Geld verdienen der Verläge, nämlich das Universum wieder zu vereinfachen, alles wieder zu ordnen und die zahlreichen Parallelwelten damit zu zerstören, ist irgendwie längst vergessen worden. Die Parallelwelten sind mehr oder weniger indirekt eingeführt worden, irgendwann sind sie vielleicht wieder ganz da, und das Ordnen des Universums wird, wenn überhaupt, als Scheingrund mit genannt. Nach Krise XY wird alles anders…Ja, ja. Und wenn, dann ist es banal bzw. wird dadurch nur schlechter. Nach der “Infinite Crisis” wurden die Origins der Helden so geordnet, dass man sich zum einen wieder ans Silver Age orientierte, was wiederum ein Rückschritt von zwanzig Jahren und die “Crisis on Infinite Earths” ad absurdum führte und man passte die Comics den Filmen an. Wundersamerweise erinnerte doch viel von der Origin Batmans an Handlungsstränge von “Batman Begins”. Die Filme sollte der Vorlage ähneln und nicht dafür sorgen, dass man die Vorlage ändert. Ist irgendwie nicht Sinn der Sache. Man ändert ja auch nicht das Buch “Krieg der Welten” um, weil Spielbergs Filmversion interessanter ist.

Inzwischen gab es allein in meiner kurzen Leserspanne von etwas mehr als zehn Jahren zweimal den dritten Weltkrieg. Ich habs schon einmal an anderer Stelle geschrieben, aber es wäre besser, wenn man weniger machen würde, das dann aber auch bewusst und gut. Würden so viele Helden wirklich sterben, die traditionell bei einer Krise sterben und kurz darauf wiederbelebt werden, dann wäre sowohl bei DC wie auch bei Marvel auf den ganzen gottverdammten Planten kein Held mehr. Da kommen wir auch wieder zu den Toten und Wiederbelebten. Irgendwie hängt das alles miteinander zusammen. Es werden so viele Charaktere geopfert, um dementsprechend die dutzenden von Krisen zu erzählen und es müssen dementsprechend so viele Helden sein, damit sie eigene Serien haben und auch in den nächsten Krisen auftreten.

Der einzige Unterschied, den Marvel besitzt, ist, dass jede zweite Krise bei denen “etwas” bodenständiger ist. So war der “Civil War” nicht ganz so episch und damit interessanter, trotzdem sterben die Helden im Minutentakt und stehen dann wieder auf. Und zumindest bei DC stecken Lex Luthor insbesondere und Darkseid fast immer als Fädenzieher dahinter oder spielen eine große Rolle.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass es seit Mitter der 70er Jahren keine neue Superman-Geschichten gegeben hat, da sie alle schon in einer Form erzählt wurden. Ich weiß nicht, ob das wirklich stimmt, finde es aber echt faszinierend. In gewisser Form erklärt es auch die ständig wiederholenden Krisen. Aber was soll man machen, wenn es dutzende von Serien pro Monat gibt und allein schon das Batman-Franchise; ich muss jetzt lügen; drei Soloausgaben monatlich hat, dazu kommen noch ca. um die vier Spin-Offs von z.B. “Nightwing”, “Robin”, “Bird of prey” und “Catwoman”. Irgendwann ist halt alles erzählt und das ist bei Comics aufgrund der Menge extremer als z.B. bei Filmen.

Man kann nur hoffen, dass der erwartete Knall wegen Überlastung von Mega-Events bald kommt und DC dann wieder davon lernt, so wie es Ende der 90er auch war.

Verwandte Artikel