Warum Comics das beste Medium sind – Oder: Eine Kriegserklärung gegenüber Filmen und Büchern
Kolumnen |
22. April 2009 18:34 Uhr |
Bateman |
Comics sind von der Popularität einfach in der Unterzahl. Man muss auf die wenigen Comicläden zurückgreifen, die schon fast zu einer Rarität geworden sind bzw. immer schon waren und zur Not greift man aufs Internet zu. Als “Freaks” sondergleichen frönt man sein Hobby und wird von anderen meist belächelt, während dieses Medium eigentlich hinsichtlich der Erzählmöglichkeiten so sehr im Vorteil ist gegenüber Filmen und Büchern. Ihr glaubt mir nicht? Dann solltet ihr weiter lesen!
Der erste und für mich ausschlaggebende Punkt, um dem Medium “Comic” den ersten Preis als Besten seiner Kategorie zu wählen, ist einfach die immense Auswahl von Ausgaben/Geschichten innerhalb einer Serie/eines Universums. Wartete ich sehnlichst bei der “Wächter”-Reihe auf jedes neue Buch und musste mit dem vierten Band auch schon das Ende erfahren, so ist der Umfang einer Comicserie wesentlich gigantischer. “Indy”-Sachen wie “Fables” oder “Sandman” besitzen um die zehn Paperbacks bzw. an die fünfzig Ausgaben und noch viel mehr. Mainstream wie “Batman” besitzt ein Spektrum, wo man als Fan bei drei/vier monatlich laufenden Serien, Minis und etliche Spin-Offs bis zu seinem Lebensende nie alle Geschichten lesen kann. Eben dieser Effekt sorgt dafür, dass auch die Charakterentwicklung um ein Vielfaches bei Comics ausgeprägter ist, ein Merkmal, welches man meist nur in gekürzter Form bei TV-Serien auffindet.
Dazu kommt die Möglichkeit, Geschichten künstlerisch so interessant zu gestalten und mit Formen, Farben und Panels zu arbeiten, dass es eine Geschichte auf ein ganz anderes Level damit bringt. Das Visuelle fließt mit ein in die Geschichte und auch hier gibt es zwar ebenso bei Filmen (“fabelhafte Welt der Amélie”, Requiem for a dream) sehr interessante und gute Beispiele, doch sind diese meist in der Minderheit. Dazu kommt auch einfach die Einfachheit, so eine Geschichte erzählen zu können. Eine Sci-Fi- oder gar Fantasy-Geschichte zu verfilmen kostet Unmengen und ist meistens qualitativ sehr schlecht, hingegen man eine solche Geschichte mit nur wenig Geld als Comic umsetzen kann und mit dem richtigen Zeichner und Koloristen ein beeindruckendes Meisterwerk auferstehen lassen wie die “Conan”-Reihe oder “Den dunklen Turm”.
Noch dazu kommen einfach Kleinigkeiten, kleine Probleme, die bei der Produktion eines Comics entfallen. Man hat keine Angst, dass derselbe Schauspieler seine Rolle in einer Fortsetzung nicht spielen will oder vorher gar stirbt und man kann auch vieles einfacher gestalten. So kann man eine Figur, die ein Vampir ist, immer ewig jung zeichenn, anders hingegen bei einer Fortsetzung der Geschichte als Film oder Serie. Auch kann man Verwandschaft in den Gesichtern der Figuren deutlich herorheben, denn ehrlich gesagt: Wer bitte glaubt, dass die “Charmed”-Schwestern wirklich wie Schwestern aussehen?
Wieso Comics trotz ihrer Vorteile gegenüber anderen Medien so unbeliebt sind, ist ein anderes Thema und wird damit in einer späteren Kolumne thematisiert.
Wer zu dem Post eine Meinung hat, also z.B. noch weitere Vorteile für Comics sieht oder eine ganz andere Meinung hat als ich, der ist herzlich eingeladen, diese als Comment reinzuschreiben!




1 Kommentar | Einen eigenen Kommentar schreiben
Zu dem Thema kann ich nur wärmstens empfehlen Scott McClouds “Comics richtig lesen” oder “Comics machen” zu lesen. Nicht nur dass, diese zur viel zu seltenen Art der Sach-Comics gehören, man erlangt mit ihnen auch ein gutes Bild, was für ein kompliziertes Kunstwerk ein Comic eigentlich ist und dass das Medium sich wirklich nicht verstecken muss.
06.05.09 17:08 Uhr | | Nach oben
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