Warum der große Streit unter Fans eigentlich total banal ist, oder etwa doch nicht?
Kolumnen |
26. November 2008 11:59 Uhr |
Bateman |
Wahrscheinlich seit der Gründung beider Verläge gibt es unter den Fans den einen Streit. Beide Verläge haben, kommerziell gesehen, zumindest in Amerika die Weltherrschaft errungen. Ihre Charaktere sind fest in der Popkultur verankert und werden teilweise wie das goldene Kalb als Götter verehrt. Es gibt Tassen, Poster, Videospiele, Kinofilme, die Kinder von Prominenten bekommen kryptonische Namen, ja, sogar Freizeitparks mit ihnen und auch natürlich die Comics selber, weswegen sie einst überhaupt entstanden. Die Rede ist von den beiden Verlägen DC und Marvel. Es gibt zwar so etwas namens “Manga”, was vom anderen Ende der Welt rüberschwappt, aber trotzdem denkt man bei dem gemeinen Begriff “Comics” meistens eher an die Superheldensparte, die dieses Medium so geprägt hat. Aber welcher der beiden Verläge ist eigentlich besser? Welche Fanecke hat damit recht, dass ihre Helden interessanter sind, oder gibt es gar keinen Unterschied?
Die Diskussion darum ist schon alt. Bei den Fans entstehen oftmals Lager, was für Comics sie lesen und oft fällt das Lesen von verschiedenen Verlägen schwer, es ist ja auch bei den meisten Menschen finanziell begrenzt. Und so schaut man auf die herab, die Comics vom anderen Verlag sammeln, weil…
Weswegen eigentlich?
“Weil die Zeichner bei Marvel besser sind als bei DC, oder andersrum?” Na ja, oftmals ist die Qualität eines Zeichners eine sehr subjektive Sache und daher schwer als schlechter oder guter Zeichner bzw. Künstler einzuordnen. Und die Zeiten der Stammzeichner ist eh nie wirklich da gewesen. Sicherlich gibt es immer ein paar, die einem Verlag treu bleiben, aber die Mehrheit wechselt. Mir fällt z.B. der verstorbene Michael Turner ein, der für DC Geschichten und Cover gezeichnet hat, aber den ich bei Marvel nie bemerkt habe. Ich hoffe jetzt einfach, dass das stimmt, nachzuschlagen ist immer so aufwendig.
Das zählt auch für die Autoren. Es gibt welche, die bleiben. Bei den Autoren vielleicht mehr als bei den Künstlern, aber es gibt auch hier viel mehr, die es sich gar nicht erlauben könnten, nur bei einem Verlag zu sein.
Also, Autoren und Künstler wechseln also zwischen den Verlägen. So kann nicht nur die qualitative Zeichenkunst, quasi die zusammengefasste Qualität eines Verlages wirklich bemessen werden, auch die Geschichten sind unterschiedlich, da die Autoren wechseln. Die Qualität der Geschichten ist von den Autoren und nicht vom Verlag abhängig und die wechseln halt.
Beide Verläge haben aufgrund der Jahrzehnte, die sie schon existieren, dementsprechend ein riesiges Universum aufgebaut. Dazu gehören halt ebenso schlechte und peinliche Nebencharaktere bzw. C-Schurken, die man am liebsten vergessen möchte und die von irgendwem immer wieder hervor geholt werden.
“Die Helden sind bei dem Verlag viel cooler/interessanter als beim anderen Verlag!” Auch das kann man nur begrenzt sagen, denn jeder Autor interepretiert anders und so hat man ab und an, vielleicht nicht oft, einen düsteren, melancholischen Superman oder einen lustigen Batman. Die Grenzen der Helden bzw. ihr Charakter wird hierbei sehr stark ausgedehnt und neu interpretiert. Denn wie viel Ähnlichkeit hat z.B. der “goddamn” Batman von Frank Miller aus “All Star Batman and Robin the boywonder” mit dem Adam West Batman und den damaligen Comics?
Bis auf die Grundsubstanz nicht viel und die ist es auch, die bleibt. Der Grundkern eines Charakters bleibt bestehen und so kann man sagen, dass man die großen Helden von z.B. DC epischer und interessanter findet als die von Marvel. So sind von DC die großen Charakter fast alle gottgleich, während Marvel mit ihren bekanntesten Helden eher Sterbliche hat. Dasselbe kann man über die Großevents der jeweiligen Verläge sagen. Werden diese doch von den obersten Redakteuren abgesegnet bzw. deren Tendenz abgesprochen. Auch auf die Gefahr, wie eben einer von Millionen von Fans zu klingen, so wirkt es, dass Dc zumindest in letzter Zeit gerade hier eher abgehobenere “Krisen” schreibt. z.B. eine “Infinite Crisis” oder auch “Final Crisis” wirkt etwas abgehobener als z.B. der “Civil War” von Marvel, aber auch das ist ja alles abhängig von den jeweiligen Redakteuren der Verläge und auch da müssen Mitarbeiter mal gehen.
Allerdings muss man sich fragen, wie viel noch von jedem Verlag original und nicht geklaut ist. Irgendwann sind halt alle Ideen schon aufgeschrieben und so erinnern gerade die neueren Figuren wie “Steel” leicht an Iron Man, oder der “Moon Knight”, dessen Ähnlichkeit zu “Batman” schon sehr stark ist.
Im Prinzip bleibt aber alles gleich. Diese Diskussion, welcher Verlag besser ist, wird es immer geben. Eigentlich sind sie beide sich zum Verwechseln ähnlich.




1 Kommentar | Einen eigenen Kommentar schreiben
Ich empfinde es als Geschmackssache. Ich würde auch nie sagen, dass einer der Verläge besser ist. Jeder hat mit Charakteren und Stories schon ins Klo gegriffen oder auch wirklich interessante Ideen umgesetzt. Ich lese mehr DC aufgrund von Batman, weil ich sehr viel mit dem Charakter verbinde, aber ich habe ebenso schon einige Hefte von anderen “Helden” DCs gelesen und finde dieses Übernatürlich zu übertrieben. Ich mag keine Halbgötter, die von irgendeinem Planeten kommen, was tolles können und meinen “setz ichs mal für was gutes ein” ^^ Die Motive, die Batman antreiben kann ich viel besser nachvollziehen als Leser und kann seinen Hass, seine Verzweiflung und seinen Antrieb total verstehen.
Aber ich habe auch leichte Vorurteile gegen Außerirdische – da sind mir Mutanten lieber.
Also Fazit… es ist unsinnig einen Verlag über den anderen zu Stellen. Meinungen sind subjektiv – manche fahren darauf ab, andere auf was anderes.
26.11.08 16:40 Uhr | | Nach oben
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