Wo sind bloß die Comicläden geblieben? – Gibt es bei euch auch keine mehr?
Kolumnen |
30. Januar 2009 17:37 Uhr |
Bateman |
Früher, als es noch die “Dinos” gab, da gab es zumindest Superheldencomics in Heftform, zwar keine Softcover oder gar Hardcover, aber von den wurden ja auch nicht so viele rausgebracht. Dann verschwand “Dino” und mit ihm die Comics. Dass “Panini” nun an der “Weltmacht” sitzt und gefühlte zwanzig Verläge auf deutsch übersetzt, ist nun auch schon weit über fünf Jahre her. Doch der neue Verlag hat sich überwiegend von den “Heftchen” verabschiedet und damit endete auch das Nischendasein in Supermärkten. Neben dem Internet ist somit der klassische Comicladen der perfekte Anlaufpunkt, doch in wie vielen Städten in Deutschland gibt es überhaupt noch solche spezielle Läden? Nun, in meiner Stadt seit neuestem leider keine mehr…
In einer größeren Stadt nahe Hamburg mit etwas mehr 250.000 Einwohner gab es bis vor kurzem zwei “Comicläden”. Beide haben allerdings Comics nebenbei verkauft und ihr Hauptaugenmerk auf andere Produkte konzentriert. ” Gandalf” exisitiert zwar noch, aber bietet Comics lediglich als Abos an, im Laden verkaufen sie leider nur noch alte Restbestände. Der zweite Laden, “Future World”, besass ein Comicangebt, welches zwar klein war, aber immer sehr aktuell und auch eine breite Auswahl an Verlägen bietete. Nebenbei konzentrierten sie sich auf Romane und Rollenspielerkram (Pen & Paper & LARP), aber leider machte “Future World” letztes (vorletztes?) Jahr zu. Gewissermaßen gibt es in meiner Stadt kein Fachgeschäft für Comics mehr. Lediglich der Bahnhofsladen und das Internet bieten die Möglichkeit, sein Hobby noch zu frönen.
Ich frage mich, ob es in anderen Städten genauso ist? Berlin, so schien es mir, hatte mehrere kleinere Läden, genauso Hamburg. In London war ich verblüfft, dass die Geschäfte zwar klein waren, aber an den Hauptstraßen mitten in der Innenstadt ihren Sitz hatten und sich nur auf Comics und deren Merchandise-Schiene konzentrieren konnten. Ebenso gab es in Amerika und Kanada Geschäfte, deren Dimensionen wesentlich größer waren und die Auswahl sich nicht nur auf aktuelle Sachen beschränken, sondern sogar auf “Stuff”, der Jahrzehnte alt ist. Unglaublich, wenn man hört, dass sogar Leute aus der “Szene” wie Kevin Smith da Comicläden besitzen. Die einzige “Persönlichkeit” in Deutschland, die ich kenne, ist Bela B. von den Ärzten, der Inhaber des Leipziger Comicverlags “EEE”, welcher leider 2006 auch zu Ende ging.
Mir ist klar, dass die Beispiele, die ich genannt habe, sich entweder auf Größstädte bezogen haben oder gar auf Länder, wo die Comickultur wesentlich ausgeprägter ist. Trotzdem ist es erschreckend, wie schlecht man an Comics mittlerweile rankommt. Wie sieht es bei euch aus? Gibt es in euren Städten noch Comicläden oder gab es wenigstens mal welche? Und schreibt, wie ihr euch sonst die Droge besorgt!




5 Kommentare | Einen eigenen Kommentar schreiben
Das sind echt traurige Aussichten für Dich.
Als Berliner hat man es da natürlich besser. Mit fallen gleich 5 Comicläden (6, wenn man eine Filiale mitzählt) ein. Wenn ich weiter darüber nachdenke, könnten es auch Läden mehr werden.
In Hamburg – bin dort 2 mal im Jahr auf der Comicbörse tätig – gibt es auch eine Reihe von Comicläden.
Das Internet hast Du ja bereits erwähnt (über das Netz vertreibe ich als US-Comichändler meine Titel). Und was den Bahnhofsbuchhandel angeht: mal mehr, mal weniger gut sortiert. In Berlin? Puuh, da bin ich jetzt überfragt. Ich glaube einige Trades und Hefte gibt es dort.
08.02.09 21:41 Uhr | | Nach oben
Der Bahnhofsbuchhandel ist bei uns einigermaßen gut sortiert, die meisten Erscheinungen von Panini Comics sind da vertreten. Auch wenn einzelne Serien wie Preacher fehlen, weil es im HC ist. Berlin ist natürlich ein perfekter Standort, um in Comicläden shoppen zu gehen.
Kannst du bestimmte Comicbörsen empfehlen, insbesondere in Hamburg natürlich?
09.02.09 19:10 Uhr | | Nach oben
In Hamburg kann ich die halbjährliche Comicbörse empfehlen, die bis 2008 in der Uni-Mensa, Schlüterstraße, stattfand (bis vor wenigen Jahren war das die Norddeutsche Comic- und Manga-Börse – seit dem neuen Veranstalter heißt die Börse Comic Messe Hamburg/Hamburger Comic- & Manga Börse).
Der nächste Termin ist der 7. März 2009 und zum ersten Mal findet die Börse von 11 bis 15 Uhr im Haus Eimsbüttel, Doormansweg 12, statt.
Bislang gab es immer ein breites Angebot an neuen und gebrauchten deutschen wie internationalen Comics sowie Merchandising.
In Berlin sollte man sich den 1. März 2009 vormerken. Im Ellington Hotel, Nürnberger Str. 50 – 55, 10789 Berlin, findet zum ersten Mal eine neue Comicbörse statt. Die Angebotspalette laut Veranstalter: Comics (Antiquariat & Neuheiten), Manga, Romane, Originalzeichnungen, Verlagsstände mit Zeichnern (Signierstunden), Actionfiguren …und manchmal sogar Ausstellungen
Die 120 Händler- und Verlagstische waren schnell vergeben.
In Hamburg bin ich seit Jahren 2 x mal im Jahr als Händler auf den Comicbörsen tätig und natürlich werde ich auch auf der neuen Berliner Comicbörse vor Ort sein.
09.02.09 20:11 Uhr | | Nach oben
Danke für den Tipp bezüglich Hamburg! Den Doormansweg kenne ich noch von zahlreichen DVD-Börsen gut.
Und auch die Ausstellung in Berlin klingt interessant und vor allem groß. Ein kleiner Ausflug dahin, verbunden mit einem Urlaub, das wäre schon lohnenswert. Hmmm…Ich muss anfangen, meine Freundin dafür zu begeistern, auch wenn das keine leichte Aufgabe wird!
10.02.09 21:24 Uhr | | Nach oben
Ich muss sagen beschaffung von Comics hatte ich bis jetzt immer leicht in Wien gibt es gott sei dank einige Comic läden und ich wohne in der nahe von einen. Wobei es eher eine Buch handlung gleicht da Bücher, Comic und Mangas vorkommen ,aber die auswahl ziemlich groß und wenn sie ein Comic nicht haben was ich will kann man es bestellen. Ich hab teil weise schlechte erfahrungen gemacht was das suchen und bekommen von Comics betrifft. Deswegen bestelle ich sie mir meistens von diesen Laden.
23.02.09 16:08 Uhr | | Nach oben
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