Früher, als es noch die “Dinos” gab, da gab es zumindest Superheldencomics in Heftform, zwar keine Softcover oder gar Hardcover, aber von den wurden ja auch nicht so viele rausgebracht. Dann verschwand “Dino” und mit ihm die Comics. Dass “Panini” nun an der “Weltmacht” sitzt und gefühlte zwanzig Verläge auf deutsch übersetzt, ist nun auch schon weit über fünf Jahre her. Doch der neue Verlag hat sich überwiegend von den “Heftchen” verabschiedet und damit endete auch das Nischendasein in Supermärkten. Neben dem Internet ist somit der klassische Comicladen der perfekte Anlaufpunkt, doch in wie vielen Städten in Deutschland gibt es überhaupt noch solche spezielle Läden? Nun, in meiner Stadt seit neuestem leider keine mehr…

In einer größeren Stadt nahe Hamburg mit etwas mehr 250.000 Einwohner gab es bis vor kurzem zwei “Comicläden”. Beide haben allerdings Comics nebenbei verkauft und ihr Hauptaugenmerk auf andere Produkte konzentriert. ” Gandalf” exisitiert zwar noch, aber bietet Comics lediglich als Abos an, im Laden verkaufen sie leider nur noch alte Restbestände. Der zweite Laden, “Future World”, besass ein Comicangebt, welches zwar klein war, aber immer sehr aktuell und auch eine breite Auswahl an Verlägen bietete. Nebenbei konzentrierten sie sich auf Romane und Rollenspielerkram (Pen & Paper & LARP), aber leider machte “Future World” letztes (vorletztes?) Jahr zu. Gewissermaßen gibt es in meiner Stadt kein Fachgeschäft für Comics mehr. Lediglich der Bahnhofsladen und das Internet bieten die Möglichkeit, sein Hobby noch zu frönen.

Ich frage mich, ob es in anderen Städten genauso ist? Berlin, so schien es mir, hatte mehrere kleinere Läden, genauso Hamburg. In London war ich verblüfft, dass die Geschäfte zwar klein waren, aber an den Hauptstraßen mitten in der Innenstadt ihren Sitz hatten und sich nur auf Comics und deren Merchandise-Schiene konzentrieren konnten. Ebenso gab es in Amerika und Kanada Geschäfte, deren Dimensionen wesentlich größer waren und die Auswahl sich nicht nur auf aktuelle Sachen beschränken, sondern sogar auf “Stuff”, der Jahrzehnte alt ist. Unglaublich, wenn man hört, dass sogar Leute aus der “Szene” wie Kevin Smith da Comicläden besitzen. Die einzige “Persönlichkeit” in Deutschland, die ich kenne, ist Bela B. von den Ärzten, der Inhaber des Leipziger Comicverlags  “EEE”, welcher leider 2006 auch zu Ende ging.

Mir ist klar, dass die Beispiele, die ich genannt habe, sich entweder auf Größstädte bezogen haben oder gar auf Länder, wo die Comickultur wesentlich ausgeprägter ist. Trotzdem ist es erschreckend, wie schlecht man an Comics mittlerweile rankommt. Wie sieht es bei euch aus? Gibt es in euren Städten noch Comicläden oder gab es wenigstens mal welche? Und schreibt, wie ihr euch sonst die Droge besorgt!

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