1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Stimmen, im Schnitt: 3 von 5) Loading ... Loading ...

Bei “Buffy” hat “Dark Horse” vor gar nicht so langer Zeit mit großem Erfolg die Serie in Comicform weitergeführt. Nun wird dieses Format auch für das Spin-Off “Angel” übernommen und startet damit in die sechste Staffel. Ein vollkommen verändertes Los Angeles mit einem nicht mehr vorhandenen Heldenteam erwartet den Leser, doch wird diese Serie genauso gut wie die große Schwester?

Die Geschichte wird konsequent fortgeführt. L.A. ist zerstört und von den Dämonen der Hölle übernommen worden. Die Lords der Dämonenwelt haben sich L.A. untereinander aufgeteilt und nur wenige zerstreute Rebellen kämpfen dagegen an. Doch das Team, welches Angel früher hatte, exisitiert nicht mehr. Das ganze spielt Monate nach dem Ende der TV-Serie und nur schemenhaft wird erzählt, was damals passiert ist. Die Auswüchse dessen bekommt der Leser aber zu spüren. Angel hat Veränderungen durchgemacht, genauso wie die anderen Figuren. Der Jäger der Finsternis versucht L.A. wieder zurück zu gewinnen und das Team zu vereinen, doch es ist schwerer als er dachte, denn er trägt selber ein dunkles Geheimnis.

Man muss definitiv sagen, dass die Geschichte konsequent fortgeführt wird. Der große Cliffhanger am Ende der fünften Staffel ist Grund für eine komplett andere Welt, doch der Kampf in der Gasse, mit dem die fünfte Staffel endet, hat viel angerichtet, was man erst nach und nach langsam erahnen kann. Dies sorgt für Abwechslung und macht Lust auf die nächsten Bände. Der erste Paperback zeigt bisher lediglich die neue Welt, zeigt Umrisse der Geheimnisse, die die Charaktere verbergen und stellt die Charaktere überhaupt erst einmal wieder vor. Die Geschichte liest sich ganz flüssig und man hat Interesse mehr von der Welt und den neuen Beweggründen der Charaktere zu erfahren. Manchmal ist die Geschichte ein wenig zäh oder man hätte sie spannender inzenieren können, so sind gerade die Gegner im Endkampf etwas lächerlich und auch bei der Explosion seines “Hauses” reagiert Angel recht verhalten und gefasst.

Leider gibt es viele einzelne Elemente, die dafür sorgen, dass man nicht mehr einen so großen Wiedererkennungswert mit der ursprünglichen Serie hat. Als erstes natürlich sorgt die konsequente Weiterverfolgung des Serienendes gleichzeitig zu einem Verfremden. Auch den trockenen Humor der Serie erkennt man nicht wieder, er scheint durch 08/15 Gags ausgetauscht zu sein. Auch Angels düsteres und resignierendes Verhalten findet man nicht wieder und viele Charaktere tauchen auf, die man gar nicht mehr unbedingt sehen will. Die alten Charaktere, mit denen man gerechnet hat, sind ebenfalls sehr verfremdet, so dass man sie kaum erkennt wie z.B. Illyra. Zudem sorgt ein riesger Drache, der eine große Rolle hat, auch nicht unbedingt für den typischen Wiedererkennungswert der Serie.

Während bei “Buffy” die Cover schlichtweg grandios sind, schwanken sie hier zwischen schlecht und wirklich gut, da die Cover von verschiedenen Zeichnern entworfen worden. Während bei “Buffy” der Zeichenstil etwas zu bunt und zu “Cartoon-artig” war, ist dieser hier recht passend zur düsteren Stimmung, auch wenn die Qualität eher schwankt und man auch keine großen Splashpages erwarten darf.

Bei “Buffy” ist ja definitiv noch mehr geplant, bei “Angel” dachte ich immer, dass von einer Maxi-Serie die Rede wäre. Wie viele “Folgen” es nun werden, ist wohl noch nicht sicher. Übrigens macht Wheadon bzw. der Autor Brian Lynch hier ein noch größeres Fass auf als schon bei “Buffy”. Riesige Wesen, die leider mitunter zu übertrieben sind, trifft man hier auf jeder Seite, jedoch hat man das Gefühl, dass Wheadon mehr auf die Qualität von “Buffy” achtete als von “Angel”, wie es auch schon beim TV-Format der Fall war.

Nach mehreren Absätzen, die voller Kritik waren, habe ich trotzdem etwas mehr als eine unterhaltsame Stunde Unterhaltung gehabt. “Angel”- und/oder “Buffy”-Fans können getrost zugreifen. Die Euphorie kam bei “Buffy” bei mir auch erst bei dem dritten Band so wirklich durch. Trotzdem muss ich sagen, dass die große Schwester jetzt schon wesentlich gelungener ist. Dafür muss man bei mir auch berückasichtigen, dass ich ein Fan von allen Serien bin, die Wheadon schuf und so ist meine Kritik auch nicht ganz objektiv. Abschließend hoffe Ich, dass “Angel” von der Qualität noch nachkommt.

Verwandte Artikel