“Batman 24″ – Mogelpackung
DC-Rezis, Kritiken |
16. Dezember 2008 13:08 Uhr |
Bateman |
In der Ausgabe 24 von der monatlich erscheinenden Ausgabe von “Batman” bekommt der Leser zwei Geschichten vorgesetzt. In der einen trifft der dunkle Ritter in einem Zweiteiler auf Scarface und seine neue Besitzerin und bekommt dabei Unterstützung von Zatanna. In der anderen Geschichte geht die geteilte Geschichte um die drei Batmen-Versionen weiter fort. Einer der drei will nicht mehr warten und nimmt Gordon als Geisel. Er will Batman damit herausfordern!
Detective Comics 843 & 844
Seltsame Anschläge finden in einem neuen Club statt. Batman geht der Spur nach und stößt auf Scarface und seine neue Besitzerin. Scarface entführte den Clubbesitzer und Bruce Wayne, nun liegt es an Zatanna, den Tag zu retten.
Mit Paul Dini als Autoren und Dustin Nguyen als Zeichner sitzen zwei äußerst namenhafte Künstler an diesem Zweiteiler. Paul Dini erschuf eine äußerst kurzweilige Geschichte, die in sich nicht wirklich spektakulär ist, allerdings auch nicht weh tut. Man bekommt eine recht einfach gestrickte Geschichte nach Schema F, als Beilage aber noch eine höchst intelligente Erklärung, wer die neue Besitzerin von Scarface ist, dazu ein paar echt nette Dialoge zwischen Bruce und Zatanna serviert. Das letztere will bei mir wirklich was heißen, da ich diesen Charakter eigentlich nicht mag, aber neben der “Identity Crisis” hat sie hier wirklich überzeugen können. Es kommt zwar eigentlich nie Spannung auf, aber aufgrund der neuen Beziehung von Scarface und seiner Besitzerin bekommt das ganze etwas. Insgesamt muss man aber sagen, dass die Geschichte einfach zu lang gestreckt worden ist. Der Prolog ist einfach zu lang und wenn es wirklich los geht, ist es auch schon wieder vorrüber.
Nguyen macht seine Arbeit aber gut. Sein Werk ist nicht mit so vielen wirren, unnützen Strichen an den Charaktern behaftet und wirkt schon fast zu glatt. Er scheint ein bischen von seinem ganz speziellen Stil verloren zu haben, was sowohl positiv wie negativ zu vermerken ist.
Batman 672: “Weltraummedizin”
Die zweite Geschichte zieht das Heft leider runter. Diese Geschichte hat wieder Morrisson geschrieben, der zur Zeit einen Run bei Batman hat. US-Leser wissen, dass Morrisson auf sein Event “Batman: R.I.P.” hinarbeitet und dieses Heft ist als Anfang des Events auf dem Cover vermerkt. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass mich die aktuellen Geschichten von Morrisson in “Batman” eher abgeschreckt haben, obwohl ich ein großer Fan von ihm bin. Diese Geschichte ist nun wieder ein weiterer Teil von seiner geteilten Geschichte um drei Batmen, die Bruce Wayne heimsuchen. Einer der drei, eine Art Cyborg/Polizist-Batman nimmt Gordon als Geisel und will mit Batman sprechen. Am Ende kommt es zur Konfrontation zwischen beiden.
Obwohl diese Geschichte nur ein US-Heft dick ist, ist auch sie viel zu langatmig. Es ist nahezu frech, was einem hier vorgeworfen wird. Der Prolog ist viel zu lang und die neue Liebelei mit einer schönen Frau ist für den weiteren Verlauf mit Sicherheit komplett unnütz. Es kann auch daran liegen, dass ich die vorigen Teile nicht kenne, ändert aber meines Erachtens nicht an diese Mogelpackung. Sie ist einfach viel zu gestreckt und der Cliffhanger diente wohl als Grund, weswegen man mit “Batman:R.I.P.” warb, was auch wieder mehr Hefte verkaufen sollte, als dass es wirklich Sinn macht.
Mein Fazit ist, dass man mit dieser Ausgabe eine recht durchschnittliche, aber amüsante Geschichte mit Zatanna bekommt und ebenfalls eine durchschnittliche, aber eher emüdende Geschichte von Morrisson zum Lesen kriegt. Leser von “Batman” werden wohl hier nach nicht abspringen, aber Leute, die gerne mal reinschnuppern möchten, sollten noch eine Ausgabe warten. Die Vorschau klingt zumindest etwas interessanter.








3 Kommentare | Einen eigenen Kommentar schreiben
Zusätzlich muss ich sage, dass ich die Veröffentlichungsweise von Morrisson bezüglich der geteilten Geschichten, die um die Batmen geht, mehr als frech finde. Hier in Deutschland wird man dazu gezwungen, Heft 4 & 11, wenn ich mich nicht irre, nachzukaufen, wenn man es nicht hat, weil sich sonst nicht wirklich der Sinn des derzeitigen Heftes erschließt. Das ist pure Geldmacherei.
16.12.08 16:26 Uhr | | Nach oben
“ein paar echt nette Dialoge zwischen Bruce und Zatanna”
Ja, durch die Paul Dini-Story mit der annehmen Optik ein echt gelungenes Heft. Der Rest (das dritte US-Heft) erscheint mir auf den ersten Blick als irgendeine Hintendran-Geschichte, die man schnell vergessen kann. Aber genau das soll sie ja nicht sein. Denn damit geht es erst los!
Die Scar-Face-Story passt genau als schöne Abwechslung an diese Stelle, ehe das Grant Morrision-Spektakel los geht.
Wer bei Morrison nicht durchblickt, muss ja nicht gleich verzweifeln und das Rückgreifen auf vorherige Elemente “pure Geldmacherei” schimpfen. Man kann ja zur Entspannung einfach nochmal die ersten zwei Drittel von Batman 24 lesen.
Um alles bei Batman R.I.P. nachvollziehen zu können muss man noch viele, viele weitere Batman Geschichten nachkaufen.
Grant Morrison hat das doch nicht aus Frechheit getan, um einen deutschen Leser zu ärgern.
Er verknüpft einfach nur frühere Ereignisse (die er teilweise damals geschickt eingestreut hat und erstmal offen gelassen hat) mit den jetzigen. Das nennen andere interelligent verstrickt und interessant. (Die einen mögen Morrison, die anderen dann aber überhaupt nicht.)
Aber bei TV-Serien ärgern sich viele immer wieder darüber, dass eins nach dem anderen ohne gelungene Übergänge stumpf aneinandergereiht erzählt wird und oft früher gesponnenene Fäden im Nichts verlaufen. Das ist hier nicht so.
Er greift nicht nur auf seine früheren Fädenverankerungen zurück wie Beispielsweise Batmans Sohn aus Heft 4, 5 und Batman Sonderband 11 (die es bei guten Comic Läden noch zu bekommen gibt), sondern auch auf den “Ten Eyed-Man”, der damals auch im Batman/Superman Heft 10 aus dem Jahre 1975 auftauchte.
Auch die Alienbegegnungen und die Isolierkammer in der R.I.P.Storyline greifen alte Batman-Ideen von früheren Batman-Autoren auf…
Damit wirkt die gesamte Batman-Historie richtig… äh historisch reell, obwohl gerade die Ausserirdische Phase hm… vergessen bleiben sollte.
25.09.09 09:37 Uhr | | Nach oben
Ach, vielleicht hast du ja mit ein paar Argumenten recht.
29.09.09 22:16 Uhr | | Nach oben
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