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Als dieser Band im November erschien, ging das irgendwie an mir vorrüber, obwohl die Reihe noch zu einer der wenigen gehört, die ich mir hole und sie ist sogar eine der ganz wenigen, bei der ich halbwegs aktuell bin. Die Reihe um die unendliche Odysee von Rick und seiner Familie geht nun in die siebte Runde mit dem vielversprechenden Titel “Vor dem Sturm”. Ohne viel vorweg greifen zu wollen: Die Serie ist abermals auf einem sehr hohen Qualitätsstandard. Und wer das nicht glaubt, kann sich ja die Leseproben anschauen und damit überzeugt werden!

Robert Kirkman, der Macher der Serie, schwärmte von diesem Projekt als ein “Romero-Comic, welches aber nie aufhören wird”. Genau dadurch bekommt diese Reihe auch seinen Reiz, da sie immer weiter erzählt nach dem großen “Zombie-GAU”. Bei den letzten beiden Bändern wurden von vielen kritisiert, dass die Gewalt auf so einem hohen Level ist, dass man die Leser zum einen abstumpft und zum anderen dadurch generell die Qualität leidet. Hier kann man wieder Entwarnung geben, denn Band sieben besinnt sich wieder auf Altes.

Für die, die die Serie (noch) nicht kennen, eine kurze Inhaltsangabe. “The Walking Dead” ist eine Zombiegeschichte im klassischen Romero-Stil. Hauptprotagonist Rick wacht in der Klinik auf und sieht nacht einem langen Koma eine Zombieplage in der Stadt. Alle Menschen sind fort und er versucht sich durch die wandernden Untoten einen Weg zu bahnen. Er stößt auf einen kleinen Trupp von Überlebenden, die seit dem durch die ganze USA reisen, um irgendwo eine sichere Heimat zu finden.

Das ist der Stand nach dem ersten Buch und so ging es in den weiteren Bändern weiter. Als man dachte, dass es zu eintönig wird, hatte Kirkman ein weiteres Element eingebaut. Andere Überlebende, dessen Absichten sehr schnell klar wurden. Das ganze klingt sehr trashig und nicht wirklich originell und der Hauptplot erinnert stark an die Klassiker von Romero oder auch an “28 days later”, allerdings besticht diese Serie durch das Zwischenmenschliche zwischen den einzelnen Personen. Bald sind die Zombies nicht mehr im Vordergrund, sondern die Beziehungen in der Gruppe sind sehr wichtig und hebt diese Reihe ab vom Trash. Dadurch, dass die Serie immer weiter geht, ist es recht interessant, was der Autor an Überraschungen bringt.

Nachdem der letzte Band durch die vielen Gewaltszenen inhaltlich recht kurz war, geht es nun, nachdem Rick und Co. wieder in ihrer “Heimat” sind, darum, sich vor der ankommenden feindlichen Flut von Woodsburys Bewohnern zu schützen. Waffen und Sprit werden geholt, in den Liebesbeziehungen geht es weiter und ein Baby muss auf die Welt gebracht werden. Insgesamt ist alles recht gut geschrieben und man hängt an den meisten Menschen, nur zu der Familie von Hershel bekomme ich irgendwie keinen Bezug. Man fiebert mit und ist in dem ganzen Überlebenskampf gegen Woodsbury voll drin. Wie der Titel schon sagt, ist dieser Band sehr ruhig, aber trotzdem passiert einiges. Man muss die Entwicklung der Charakter einfach loben. Selten habe ich eine Geschichte gelesen, wo sich die Hauptpersonen seelisch und äußerlich ganz anders verhalten als am Anfang. Man merkt ihren Wandel förmlich, ihre Reife in dieser Situation. Gerade der Cliffhanger des aktuellen Bandes ist sehr gelungen und Grund dafür, dass man sich als Leser auch den nächsten teil holen wird. Das Problem, welches trotzdem seit einiger Zeit für mich da ist, ist die ständige Monotonie und das, obwohl ständig neue Elemente in die Geschichte gebracht werden. Trotzdem bleibt es immer noch die selbe Zombiegeschichte und es dreht sich meistens um die selben Sachen, damit die Hauptpersonen überleben können und das ist es halt, was mich daran stört. Je mehr man Neues reinbringt, es bleibt trotzdem die selbe Geschichte und die kann man halt nicht ewig erzählen, da gerade “Walking Dead” im Gegensatz zu “Sandman” oder “Preacher” halt in jedem Band den selben Stil hat.

Trotzdem bringt die Serie unheimlich viel Spaß und ich lese sie mit Begeisterung. Sogar so sehr, dass ich überlegt hatte, eine Fortsetzung von “Warum ich Comics liebe” mit “Walking Dead” zu schreiben. Da ich in diesem Post aber auch viel über die Reihe insgesamt verloren habe, werde ich es vorerst lassen.

Zeichnerisch ist Band sieben ebenfalls sehr gut ausgefallen. Gerade durch das Schwarz/Weiße gewinnt die Serie und es erfreut mich, eine Comicreihe zu lesen, wo kein “Babe-Zeichner” dran ist. Die Menschen wirken erstaunlich realistisch und man kann ihre Gefühle gut erkennen. Der Zeichenstil passt einfach zum Schreibstil von Kirkman.

Auch über die deutsche Präsentation von dem Verlag “CrossCult” kann man nur Gutes verlieren, was aber wieder einmal abzusehen war. Erneut wird die Geschichte schön gebunden präsentiert und in einem handlichen Format, dazu noch die Seiten nach dem Comic, wo irgendein Thema bezüglich Zombies aufgegriffen wird. Diesmal geht es um “Zombie-Walks”, eine Abart des Flashmobs in unserer heutigen Zeit. Ein Thema, was mich wie wahrscheinlich viele andere eher weniger interessiert, aber nun gut. Passiert. Auch der Preis von 16 Euro ist recht vernünftig, das einzige allerdings, was ich vermisse, sind die US-Cover der Reihe. Teilweise kamen sie schon vereinzelt vor, in Band sieben sind gar keine drin. Das nimmt wahrscheinlich sehr viel Platz ein, ich würde es trotzdem begrüßen, wenn sie mal reinkämen, da ich sie sehr gelungen finde und es auch okay fände, wenn der Preis des Bandes um einen Euro dafür steigen würde.

Jeder, der sich halbwegs mit Zombies oder dem Überleben in einer “Post-Apokalyptischen-Welt” anfreunden kann, wird diese Reihe lieben. Sie ist sehr trashig und auf der anderen Seite sehr dramatisch und tiefgreifend. Nur vor der kommenden Monotonie sei gewarnt, mich hat sie leider gepackt. Der nächste Teil wird aber auf jeden Fall noch gelesen, da es da noch einmal richtig fetzen wird. Ob das aber gut für die Geschichte sein wird, ist eine andere Sache.

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