“Umbrella Academy 1: Weltuntergangssuite” – Skurril, aber nicht durchgängig spannend
Cross Cult Rezis. |
5. April 2009 19:52 Uhr |
Bateman |
“Umbrella Academy” ist ein sehr ambitioniertes Projekt, welches von dem Frontsänger von “My Chemical Romance” geschrieben wurde. Doch ist ein prominenter Autor ein Garant für eine gute Geschichte? Diesmal ja, denn sie besticht durch ihre tollen Ideen, die skurrile Ausarbeitung all der Figuren und Details und der ebenso skurrilen Zeichnungen. Leider vermisst man den Charme, obwohl dieser zwanghaft in den Band reingepresst wurde, genauso wie die Liebe des Autoren zu seinen Figuren. Es wirkt etwas distanziert. Mit Leseprobe!
Die “Umbrella Academy” ist eine Vereinigung von Helden. Alle zur selben Zeit geboren, von Frauen, die eigentlich nicht schwanger waren und alle Kinder bekamen Superkräfte. Fast alle. Nach vielen Jahren zerstritten treffen die Helden wieder zusammen, als ihr Mentor und “Vater” stirbt. Eine neuer Feind in ihren Reihen sorgt dafür, dass sie sich wieder zusammen tun müssen. Ob sie wollen oder nicht.
Als erstes fällt einen auf, wie skurril die Serie ist. Im positiven Sinne. Sowohl inhaltlich mit den Hauptfiguren, bei den Details wie auch mit den ungewohnten Zeichnungen entdeckt man sofort die Richtung, in die der Comic geht. Sprechende Affen, ein Menschenkopf auf einem Affenkörper und ein musikalischer Bösewicht. All das sorgt für ein Schmunzeln und macht die Serie interessant.
Dabei ist trotz der skurrilen Feinde die Auslegung mehr auf das Thema “Familie” gerichtet und ist damit sicherlich kein “No-Brainer”. Die einzelnen, zerstrittenen Familienmitglieder, der Tod des Vaters und somit Familienoberhauptes sind die erste auffälligsten Themen. Auch später mit der Auseinandersetzung der Bevorzugung des Vaters zu seinen Kindern bzw. der unterschiedlichen Begabung eines Kindes schafft Gerad Way eine unglaubliche Nähe zum Leser und man kann sich darin gut wiederfinden. Dabei sind diese Themen zwar da, trotzdem muss man keine Angst haben, auf gute Superhelden-Unterhaltung zu verzichten. Gutes Popcorn-Kino ist es immer noch, auch wenn leider kein direkter bzw. guter Feind erschaffen wurde. Man hätte sich einen Tick mehr auf das Superhelden-Genre festlegen sollen, damit mehr Spannung aufkommen kann, denn so wirkt all das ein wenig langweilig.
Das ist aber das generelle Gefühl/Problem beim Band. Irgendwie kann er einen nicht ganz fesseln, da man eine merkwürdige Distanz von den Figuren zum Autoren spürt. Alles wirkt ein wenig zurückhaltend und irgendwie fehlt die Liebe zum Projekt. Insgesamt fand ich es auch fast zu verdreht und zu skurril, da ist manchmal weniger einfach mehr. Bei so viel Überladung stumpft man dann doch ab.
Die tolle Aufmachung von “Cross Cult” muss man ja kaum noch erwähnen. Nebenbei bekommt man noch eine tolle Einleitung von Grant Morrisson und eine Kurzgeschichte – die leider aber recht langweilig ist, da sie nichts bietet – sowie noch einige Skizzen zu den Hauptpersonen.
Insgesamt wünsche ich dem Band, dass er hierzulande gut ankommt, da es schon ein interessantes Projekt ist. Ich hoffe, dass der nächste Band trotzdem interessanter ist und man sich mehr auf die Schwerpunkte konzentriert, anstatt alles noch skurriler machen zu wollen/müssen.









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