“Das verlorene Paradies 1: Hölle” – Dämonen und Engel
Kritiken, Sonstige Rezis |
25. Januar 2009 19:56 Uhr |
Bateman |
Seit kurzem habe ich für mich die frankobelgischen Comicserien von dem Verlag “Splitter” entdeckt. Per Zufall habe ich mit “Das verlorene Paradies 1: Hölle” angefangen und muss sagen, dass mein erster Eindruck von diesem Comicstil sehr positiv ist. Abgeschlossene Geschichten in meist vier oder fünf Teilen, diese in Albenform schön herausgebracht und mit Geschichten, die sehr abwechslungsreich sind. “Das verlorene Paradies” als meine Einstiegsdroge erzählt von dem uralten Krieg zwischen Himmel und Hölle, die im Veborgenen Tore zur Erde besitzen. Plötzlich wird ein neues Kapitel im Krieg geschrieben, als der niedere Engel Gabriel mit einem Zögling in die Hölle geht, um seine Geliebte, ehemals ein Engel, nun ein Dämon, zu befreien.
Auf der Erde gibt es Pforten zum Himmel und zur Hölle. Gabriel, ein Engel, der die Pforten bewacht, muss eingreifen, als ein Junge sich in die Höllenpforten verirrt. Nachdem er ihn gerettet hat, scheinen die Dämonen ihn aber auch auf Erden zu jagen. Gabriels einzige Folgerung ist, dass er den Jungen im Himmel lässt, wo er sicher ist, währenddessen sucht er in der Hölle nach seiner Geliebten. Doch der Junge läuft ihm hinterher und beide stecken nun in dem Höllenreich in einer ewigen Odysee.
Die Geschichte zwischen Himmel und Hölle, zwischen Engeln und Dämonen und einem Auserwählten ist sicher nicht neu, aber sehr nett in Szene gesetzt. Der Einstieg in diese Welt geht sehr schnell und spätestens nach der Hälfte des ersten Bandes geht es auch schon so richtig los. Nach der anfänglichen Einführung bleibt zwar die Geschichte ein wenig auf der Strecke, schließlich wird im Höllenreich viel gemetzelt, aber die Grundlage des ganzen ist sehr gut. Wenn sich die Reihe noch weiter steigert, kann man viel erwarten.
Die Charaktere gefallen einem grundlegend sehr gut. Sei es der Hauptheld Gabriel, seine Freundin, der gefallene Engel oder der kleine Junge, all jene werden gut vorgestellt und sind nicht eindimensional. Generell besitzen alle Charaktere Tiefe, die sich jenseits der Schwarz/Weiß-Moral abspielt.
Die Zeichnungen sind für einen “Nicht-frankobelgischen-Leser” ungewohnt, gefallen aber. Am ehesten kann man es als leicht “cartoonartigen” Stil bezeichnen, der mit wenig Details auskommt, aber so perfekt zum Himmel und Hölle Thema passt. Insbesondere die Anordnung der Bilder, also die Inzenierung quasi, ist ihm sehr gut gelungen. Oft hat man eine gute Bilderzählung und Splashpages, die von dem großen Alben-Format gut unterstützt werden.
Für Fans von Fantasy, die ihren Horizont erweitern wollen, kann ich diesen ersten Teil von “Das verlorene Paradies” empfehlen. Gut erzählte Geschichte, die sehr ausgewogen Action und Handlung besitzt.




(2 Stimmen, im Schnitt: 3.5 von 5) 

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