“Cacophony” – Starke Dialoge und ein schwaches Artwork
DC-Rezis |
17. Februar 2010 0:31 Uhr |
Bateman |
Kevin Smith polarisiert seit jeher. Als fetter Fanboy wird er von den einen geliebt, andere widerum bezeichnen ihn als Talentlosen, der vielleicht auch wegen seinem Gebashe auf Tim Burton die Wut mancher Fans auf sich nehmen musste. Der “Green Arrow”-Run war großes Kino mit einer kleinen Geschichte und ganz, ganz tollen Dialogen. Ob dem Meister des Vulgären und der Banalitäten es auch bei einer Batman-Geschichte gelingen mag?
Batman: Cacophony 1-3
K. Smith, W. J. Flanagan
100 S., SC, 14,95 €
Ein neuer Schurke, der Geräusche nachahmt, befreit den Joker aus Arkham und keiner ahnt, wieso. Der Joker wiederum befindet sich auf einem Rachefeldzug gegen Maxie Zeus, der das Nervengas des Jokers weiterverkauft hat und damit reich wurde. Batman jagt den Joker, doch wird er dabei vielleicht selbst gejagt?
Kevin Smiths Stärke sind die Dialoge und die sind wieder einmal ganz großartig geworden. Sie sind weder kitschig, noch pochen sie auf “Klischee-Epen-Sätze” – ich hoffe, man versteht im Ansatz, was ich meine – ; sie sind eigentlich oft sehr banal, gelegentlich vulgär und oft recht witzig und doch besitzen sie eine gewisse Tiefe. Und sie treffen immer! “Cacophony” ist vieles, aber eine große, gar epochale Geschichte ist es sicher nicht. Muss es aber auch nicht sein, denn diese kleine Geschichte macht von vorne bis hinten Spaß. Sie ist durchdacht, besitzt interessante Figuren und tolle Dialoge. Sei es der Joker, der gut charakterisiert wurde oder der neue Schurke – ich war zu faul, seinen richtigen Namen hier reinzuschreiben. Verzeiht es mir, ich habe einen sehr lahmen Stick -. Selbst schon längst breit getretene Themen wie ein Grundsatzdiskussion von Batman und dem Joker über ihre Feindschaft wird hier gut und sogar mit neuen Ansätzen ausgestattet.
Einzig das Artwork sticht negativ hervor. Es mag sein, dass Smith mit Flanagan gut befreundet ist, das Artwork ist dadurch trotzdem nicht besser. Meistens sind Flanagans bildliche Ideen sehr gut, auch die Umsetzung in ihrer Grobstruktur, doch das fertige Bild sieht sehr amateurhaft aus.
Selbst als großer Smith-Fan hätte man hier jemand anders ans Artwork lassen müssen. Mit einem besseren Künstler wären vier Sterne sicher gewesen, mit der Verbesserung von kleinen inhaltlichen Fehlern, wenn auch nur im Detail, wäre sogar die fünf Sterne-Kategorie nicht ausgeschlossen gewesen.
Mit Freuden wird Smiths nächstes Batman-Projekt “Widening Gyre” erwartet!




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