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dcpremium60joker28sc29_247Der neue Kinofilm “The Dark Knight” hat ja bekanntlich große Wellen geschlagen und gerade der neue Joker, gespielt vom verstorbenen Heath Ledger, wurde zum Liebling der Fans. Mit dem Band “Joker” von den bekannten Größen Azzarello und Bermejo bekommt man eine grandios düstere Geschichte, die aus der Sicht eines Kleinverbrechers erzählt wird und den wahnsinnigen Clown in den Mittelpunkt stellt. Liest bitte dieses düstere Kleinod, denn es ist rasant, fulminant und zieht euch in seinen Bann!

Inhalt

Ein Verbrecher aus den niedersten Kreisen bekommt die Gelegenheit für den Joker zu arbeiten. Dieser wurde aus Arkham entlassen und ist reichlich erbost. Erbost darüber, dass sein Viertel weg ist. Die anderen Bosse Gothams teilten es unter sich auf und so muss der Clown sich Respekt, Geld und Macht wiederbeschaffen. Mit aller Härte und Irrsinn!

Meinung

Beachtlich, was man als Leser hier geliefert bekommt. Aus der Sicht eines schmierigen Ganovers bekommt man den Alltag des Jokers mit. In einer doch recht einfachen, aber düsteren Geschichte bekommt man mit erstaunlicher Härte und Konsequenz das Leben eines Wahnsinnigen mit. Langsam wie in einem Brad Easton Ellis Roman steigert sich die Spannung und die Geschichte wird immer rasanter. Allmählich verdichten sich die Handlungsstränge und enden in einem großen Showdown. Dabei ist es beachtlich, dass eine so einfache Geschichte – der Joker besucht seine Gangsterkollegen und will wieder Macht – so sehr zieht, so gut funktioniert.

Dabei verzichtet die Geschichte auf allzu große Action, sondern zeigt viel mehr, wie sich der Joker sein Gebiet wiederholt, seine Leute zusammen sammelt und Schutzgeld einkassiert. Dabei definiert man die meisten Charaktere ganz neu. Der Riddler ohne peinliches Kostüm, der Pinguin wie gewohnt als Mensch, Killer Croc ohne seine tierische Seite. Dabei kommt die Geschichte mehr wie ein spannender Gangsterfilm wie “Sopranos” rüber, als wie eine typische Superheldengeschichte. Das liegt u.a. daran, dass man verzichtet hat, Batman in dem Comic oft auftreten zu lassen.

Die ganze Geschichte ist düster, dramatisch und zieht einen in seinen Bann. Man bekommt das Geschehen diesmal von der dunklen Seite Gothams mit und bekommt dabei einen kleinen Meilenstein geliefert, den man in der normalen Continuity nicht einsortieren kann. Inhaltlich und gerade auch künstlerisch verdammt gut, allerdings sollte man vielleicht auf dieses Meisterwerk verzichten, wenn man allzu zartbesaitet ist, denn die steigende Gewalt wird durch den Künsler zu gut dargestellt. Doch es ist nicht nur die Gewalt an sich, sondern die gesamte Stimmung und der Wahn des Jokers, weswegen dieser Comic so unendlich brutal ist.

Der Joker ist vom Charakter und vom Aussehen schon recht stark an Heath Ledgers Version angelehnt oder andersrum, je nachdem, wer schneller war. Dieser ist so düster und so glaubhaft wie schon lange keine Joker-Geschichte mehr. Je weiter man in der Geschichte kommt, desto größere Einblicke bekommt man von seiner Geisteskrankheit mit und allein sein Charakter ist Grund, weswegen diese Geschichte so verdammt gut ist. Kaum einen besseren, einen düsteren, einen unheimlicheren Joker erlebt wie im gleichnamigen Band, höchstens bei Nolans “The dark knight”.

Fazit:

Kaufen und lesen! Selten einen so unheimlichen Joker erlebt, selten eine so gute und düstere Gangstergeschichte gelesen.

Ach ja, auch selten ein so geiles Cover gesehen!

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