“Jonah Hex 1: Zeit zum Sterben” – One-Shots
DC-Rezis |
29. Januar 2010 18:02 Uhr |
Bateman |
Es ist immer wieder erfreulich, wenn Panini so mutig ist und eine Serie in Deutschland wieder startet, die nicht sonderlich bekannt ist. Zwar kommt der narbengesichtige Held im Juni in die Kinos – mit Megan Fox, für den, der das wissen muss – aber kann der Band mit mehreren Kurzgeschichten überhaupt überzeugen?
In den verschiedenen Kurzgeschichten begibt sich der berüchtigte Jonah Hex auf die Suche nach einem vermissten Kind, richtet Cowboys, die als Indianer verkleidet Menschen umbrachten und befreit eine Stadt von ihrem Sheriff.
Jonah Hex 1-6 , 148 Seiten
J. Gray, J. Palmiotti, L. Ross, T. DeZuniga
Ich kannte vor diesem noch nichts von Jonah Hex. Der narbengesichtige Cowboy ist ein typischer Antiheld, wie er zur Zeit Mode geworden ist. Zuletzt sah ich diese Figur in “Solomon Kane”, aber es ist mittlerweile schwer, solch eine Figur nicht in irgendeinem Film oder Comic zu finden. Jonah Hex ist ein Kopfgeldjäger, der durch seine zerstörtes Gesicht und seiner guten Arbeit berüchtigt ist. Er ist grimmig, tötet, ohne groß zu überlegen, hat aber sehr genaue Moralvorstellungen. Zwar ist die Moral der Geschichten meist recht einfach und direkt und der Böse ist dann auch zu 100 % der Böse, aber gerade die Charakterisierung von Jonah Hex macht die Geschichten interessant. Zwar kommt keine große Charalterveränderung in ihm vor und wird mit Sicherheit auch in den nächsten Bänden nicht, wenn die auch nur aus One-Shots bestehen, aber diese Mischung aus eiskaltem Kopfgeldjäger und dann doch konsequent seine Vorstellungen von Moral und Gerechtigkeit durchzusetzen, ist gut gelungen und es macht einem als Leser Spaß zu sehen, wie er stur und ohne Humor seinen Weg geht.
Die Geschichten selber sind meist recht einfach, schlagen den Leser mit dem Hammer der Moral und, wie gesagt, meist sind die Rollen zwischen Gut und Böse sofort verteilt. Aber es sind halt auch nur One-Shots, wo wenig Platz zum Erzählen großer Geschichten da ist und die Geschichten machen als solche Spaß. Wer klassischen Western mag, wo all das vor allen Dingen auch vorkommt – im Ansatz wage ich es mal mit einem Italowestern vergleichen zu wollen – und das mit einem knatschigen Helden, der kann sich “Jonah Hex” definitiv zulegen.
Zeichnerisch ist der Band durchweg gut gelungen, bis auf die Geschichte “Weihnachten mit den Gesetzlosen”, die schon inhaltlich (Justin Gray, Jimmy Palmiotti) stark abfällt und auch zeichnerisch (Tony Denuziga) am schlechtesten ist.
“Jonah Hex” macht Spaß und besitzt einen tollen Westernflair von Apachen bis hin zu Silberminen. Unterhalten wird man auf jeden Fall und wer eh ein Fan dieses Genre ist, der kann beruhigt zugreifen. Man sollte sich nur bewusst machen, dass es One-Shots sind.






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