“Daredevil Sonderband 4: Ohne Furcht” – Marvels Pendant zu Scarecrow
Marvel-Rezis |
2. September 2009 20:14 Uhr |
Bateman |
Auch wenn ich die Serie nicht regelmäßig verfolge, so sprach “Daredevil” immer für Qualität. Und auch wenn der aktuelle Bösewicht ziemlich dreist von DCs Scarecrow geklaut wurde, so sticht Daredevil wieder einmal hervor. Grandioses Artwork und viel Zwischenmenschliches. Kann der Teufel ohne Furcht immer siegen?
Milla schubst jemanden vor einem Zug und kommt damit in die Untersuchungshaft. Daredevil kämpft um Milla gleich an zwei Fronten. Zum einen folgt er die Spur von Mr. Fear, um das Gegenmittel für Millas merkwürdiges Verhalten zu bekommen, gleichzeitig muss er als Anwalt um Millas Freiheit kämpfen. Kann er wirklich gewinnen?
Dieser Arc ist einfach zu lang. Man hätte die Geschichte gut um mindestens eine Ausgabe kürzen können. Was einem gleich auf den ersten Seiten noch auffällt, ist die Tatsache, dass die beiden großen Comicverläge zwar schon viel dreister voneinander geklaut haben, trotzdem vergleicht man Mr.Fear ständig mit Scarecrow. Zwar ist er dem nicht unbedingt ähnlich, trotzdem hätte man Mr. Fears Charakter noch mehr verfremden müssen, damit der Lesespaß nicht getrübt wird. Und leider muss man auch zugeben, dass die Geschichte an sich nichts rausreisst.
Das war zwar von den Nachteilen her schon harter Tobak, doch das Konzept der Serie, welches ständig angewendet wird, sorgt einfach dafür, dass jede Geschichte des Teufels ganz groß ist. Das Artwork von Lark passt einfach immer und gibt der Reihe einen realistischen Touch, womit sich die Serie auch von anderen abheben kann. Genauso bodenständig wie die Zeichnungen, also im Ansatz von anspruchsvollem Artwork, ist auch die Stimmung der Reihe. Bei anderen Reihen wäre der Inhalt, da er 08/15 ist, einfach untergegangen, da aber hier viel Wert auf Zwischenmenschliches gelegt wurde, ist man viel mehr drin. Keine Helden mit coolen Sprüchen oder Sidekicks mit Gags, Daredevil ist auch hier in einem nicht übertriebenen Maße düster und melancholisch, denn seine Sorgen sind realistisch. Statt Schlachten mit peinlichen Schurken werden seine Gefühle, seine Gedanken gezeigt, wenn er im Gericht um seine Ehefrau kämpft. Brubaker kann trotzdem mehr, jedoch zeigt er seine Stärken im Ende, welches unerwartet endet und Brubaker damit wieder zu alter Klasse aufsteigen lässt.
Eine Jubiläumsausgabe erwartet einem sogar im Band, die mit Gastzeichnern das Paket aufwertet und einen Rückblick auf Daredevils Leben gibt, wobei man das intensiver hätte verfolgen können. Trotzdem im Gegensatz zu den Jubiläumsausgaben von anderen Serien wie “X-Men” doch sehr solide.
Prinzipiell eine doch recht durchschnittliche Geschichte, die aber – für diese Reihe typisch - viel rausreißen kann. Für Daredevil-Fans eine Kaufempfehlung und jeder andere sollte ebenfalls reinschnuppern.






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