“Marvel Noir: X-Men” – Ohne Kräfte in den 30ern
Marvel-Rezis |
3. März 2010 0:40 Uhr |
Bateman |
Kann eine Serie, die sich durch u.a. die Superfähigkeiten der Hauptpersonen erschließt, überhaupt ohne eben jene Superhelden-Elemente bestehen? Ja, kann es, denn bei den “Noir: X-Men” hat man sich was getraut. Logan, Jean und all die anderen Mutanten werden ihren Mutantenstatus beraubt und leben als mehr oder minder gewöhnliche Menschen in einer Zeit, die vom Verbrechen regiert wird.
S. 124, 14,95 €, SC., X-Men Noir 1-4
Jean Grey stirbt, doch im New York der 30er Jahre kümmert das kaum einen Polizisten, denn Jean gehörte zu den X-Men. Eine Gruppe von Waisen, die alle ein psychologisches Merkmal haben und von einem alten Professor aufgezogen wurden. Der Rest der Gruppe will den Mörder von Jean finden, doch eben jener Mord war erst der Anstoß für eine Reihe verhängnisvoller Ereignisse.
Was bei Spider Man nett war, funktioniert hier hervorragend. Das Artwork überzeugt besser, auch wennn man durch Caleros Stil oft das Geschehen nicht genau erkennen kann bzw. die Gesichter sehr ähnlich sind, so dass man nur ahnen kann, wer gerade gestorben ist. Die Geschichte ist wesentlich konsequenter und erwachsener umgesetzt als bei “Spider Man”. Man bezog sich nur auf die Figuren und deren Verbindungen miteinander, rührte noch etwas um und nahm den Superhelden-Anteil weg. Was übrig bleibt, ist eine unterhaltsame Geschichte, die sich gerade auf die Charakterisierung bezieht und eine komplexe Geschichte erzählt, dessen Handlungsstrang mehrere Haken schlägt bzw. öfters kleine Überraschungen bietet.
So ist dieser abgeschlossene Band nicht nur ein nettes “Aha, was haben sie denn aus dem Charakter XY gemacht”, sondern besticht mit einer durchdachten Geschichte und einem passenden Artwork, dazu gibt es noch gut ein Dutzend extra Seiten fiktive Zeitungsberichte und viele Covers, die das ganze abrunden. Wer sich bei “Spider Man” noch unsicher war, und generell dem Genre zugeneigt ist, sollte zugreifen!



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