“Wolverine: Logan” – Erste Liebe, Hiroshima und Schuld
Marvel-Rezis |
13. April 2009 10:58 Uhr |
Bateman |
“Wolverine: Logan” ist mit einem Inhalt von drei US-Heften und dazu einem stolzen Preis von fast 17 Euro doch eine Investition, bei der man drei Mal überlegt, bevor man sie tätigt. Nichtsdestotrotz ist diese kurze Geschichte über die erste Liebe, Rache, den Krieg und schließlich auch Hiroshima trotz ihrer Belanglosigkeit für die Continuity ein kleines Meisterwerk, welches jeder Sammler besitzen sollte.
Logan wurde von feindlichen Soldaten im Krieg festgenommen. In dem Gefängnis von Hiroshima trifft er auf einen weiteren Verbündeten, ebenfalls Gefangener und ebenfalls Soldat der gleichen Seite. Als beide fliehen, trennen sie sich wegen einer Frau. Jahrzehnte später kommt Logan als Wolverine in das zerstörte Hiroshima wieder. Früher ist etwas Schreckliches passiert und ein böser Geist ist in den Wäldern Hiroshimas gefangen. Logan will Rache für das, was diese böse Seele ihm einst antat.
Die Geschichte ist prinzipiell sehr kurz. Als Wolverine in der Gegenwart reist er ins zerstörte Hiroshima und übt Vergeltung aus gegen das Wesen, welches ihm einst etwas antat. Was da genau vorgefallen ist, erfährt man widerum in der Vergangenheit. Dabei besticht zum einen die elegante Erzählweise, die fast wie im Bilderbuch die perfekte Anleitung zum perfekten Comic bietet. Trotz seiner Kürze und auch den zahlreichen Kämpfen im Band, so kann man der Geschichte viele Weisheiten entnehmen. Wolverine, der die Schwelle zum Mann antritt und dies durch Erfahrungen des Verlustes und der Lust. Der Sinn von Rache und wann man einfach loslassen sollte und dem Gedanken an ewiges Vergessen bzw. Vergebung.
Die Zeichnungen von Eduardo Risso (100 Bullets) sind dabei mindestens genauso gut wie die Geschichte von Vaughan (Ex Machina, Y). Faszinierende Splashpages wie der Höhepunkt Hiroshimas oder die letzte Seite sind bewundernswert und setzen die Messlatte für die nächsten Artworks viel höher. Aber es sind nicht nur die Splashpages, jedes kleine Bild ist sehr gelungen und vor allem die Mimik der Charaktere sind wunderbar gelungen. Noch dazu ist die Erzählweise durch die Reihenfolge der Kästen, also der Bilder, wunderbar experimentell und anders. Selten gibt es Seiten, wo die Bilder alle geordnet von links nach rechts in gleichen Größen die Geschichte erzählen, sondern sind so dynamisch gesetzt, dass es der Geschichte noch mehr gibt und den Zeichnungen sowieso. Und auch das Setting, dieser östliche Touch, wird gut dargestellt.
Trotz des hohen Preises und des geringen Inhaltes ein Meistertsück von Comic, so wohl inhaltlich wie auch künstlerisch. Einzig seine Bedeutungslosigkeit innerhalb der Continuity muss man dem Band ankreiden. Trotzdem ein Meisterwerk!



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