“Sandman 6: Fabeln und Reflexionen” – Neun mehr oder minder interessante Kurzgeschichten
Kritiken, Vertigo/Wildstorm-Rezis |
4. Januar 2009 12:52 Uhr |
Bateman |
Der nun mehr sechste Band von der “Sandman-Reihe” überrascht einem mit neun Kurzgeschichten. Dabei sind diese überwiegend historischer Natur und wir tauchen u.a. in den Wirren der französischen Revolution ab oder verfolgen den römischen Kaiser Augustus als verkleideten Bettler. Dabei hat man diesmal leider nach dem Lesen ein eher unbefriedigendes Gefühl.
Ich möchte jetzt nicht alle neun Kurzgeschichten vorstellen, sondern erwähne nur die Höhen und die Tiefen.
“Die Jagd” war eine sehr interessante, dezent mit einer Botschaft versehene Geschichte, die im klassischen “Gaiman-Stil” geschrieben wurde. Es macht Spaß, sie zu lesen und man kann sie gut mit dem “Sternenwanderer” vergleichen. Überwiegend mythologischer Natur wird eine ruhige, aber humorvolle Geschichte erzählt.
Auch “Orpheus” ist eher mythologischer Natur und erzählt eine Geschichte ganz im Stil der griechischen Mythologie. Orpheus, der Sohn von Dream, heiratet, doch eine Tragödie bricht heran und von allen verlassen muss Orpheus in den Hades gehen. Auch hier sind die Zeichnungen solide und passen zur Geschichte.
“Thermidor” spielt zur Zeit der französischen Revolution und man erlebt das Abenteuer in der Gestalt von einem Vorfahren eines bekannten Anti-Helden. Die Hauptperson muss im Dienste von Dream handeln und wird dabei mit ihrer wertvollen Fracht in den französischen Kerker gesteckt. Die Geschichte ist leider viel zu umfangreich und mit viel zu viel Text versehen. Man schafft es schwer, in sie hineinzutauchen, dazu kommt noch die Unkenntnis für die Geschichtslaien, da sehr viele Figuren auftauchen und man sie nicht alle recht zuordnen kann.
Auch bei der Geschichte “Weiche Stellen” fällt es schwer, sie wirklich ganz in sich aufzunehmen. Es geht darum, dass Marco Polo sich in jungen Jahren von seiner Karawane trennt und in einer Wüste nahe dem Tode ist. Doch er trifft auf jemanden, der behauptet, ihn in der Zukunft kennen zu lernen und merkt schnell, dass er an einem magischen Ort gelangt ist, wo Zeit und Raum keine Rolle spielt. Man kommt einfach nicht in die Geschichte hinein und sie langweilt einem, da es viel zu klar ist, worauf der Autor am Ende hinaus will.
Die restlichen Geschichten sind alle lesbar. Wirklich schlecht ist keine, sie halten sch alle eher auf einem Level. Man hat aber leider das Gefühl, man könne in diesen Geschichten nicht viel interpretieren, denn dafür sind sie einfach zu simpel. Der Band ist nicht wirklich schlecht, aber im Vergleich zu den vorigen Bändern fällt er deutlich ab.






Einen Kommentar schreiben
(Deine Emailadresse wird nicht veröffentlicht)