“Fray” - Geheimtipp!
Sonstige Rezis |
29. März 2009 14:29 Uhr |
Bateman |
Als zweifelsloser Jünger des Joss Wheadon, Gott und Erschaffer des Buffy-, Angel- und Fireflyuniversums war ich zum einen sehr neugierig, wie “Fray” denn sein würde. Als “Buffy” noch im Fernsehen lief, versuchte Wheadon damit seine ersten Schritte in dem Comicbuisness. Es wirkte, ohne reinzuschauen, wie eine billige Merchandise-Idee, um noch mehr Geld zu scheffeln. Die Geschichte um eine Jägerin in der fernen Zukunft ist gute Kost, geprägt durch Wheadons Stil. Mehr noch. Das flippige kleine Mädchen macht richtig Spaß!
Fray ist eine junge Frau, die ihren Lebensunterhalt damit verdient, dass sie Sachen, die sie stiehlt, an ein Fisch/Mensch-Wesen verkauft, den sie Chef nennt. Als dann plötzlich ein Monster sie anspricht, behauptet so ein Dämon oder so zu sein und dass sie die Jägerin sei, wird das doch alles zu schnell. Doch ein Angriff der Lurks und ihre dunkle Vergangenheit holt sie ein, bevor sie richtig überlegen kann.
Das Vorwort ist von Wheadon persönlich und macht ihn abermals sehr sympathisch. Gleichzeitig sagt er da schon im Vorneherein, dass das Beschreiben von Zukunftsversionen nicht seine Stärke sei und auch hier ist es einer der größten Schwächen. Die Zukunftsversion ist nichts weiter als eine hoch entwickelte Stadt, die aber mehr Slums als irgendwas anderes bietet und, ach ja, fliegende Autos. Eine weitere Schwäche ist eigentlich die recht schwache Grundgeschichte. Sie ist nicht wirklich schlecht im eigentlichen Sinne, aber auch überhaupt nichts Besonderes. Eine Einführung der Helden und der Charaktere in ihrer Nähe, dann noch schnell ein halbwegs befriedigender Gegner und das war’s. Aber all das ist vergessen, wenn man erst angefangen hat zu lesen. Der typische Wheadon-Humor, den man so liebt, dazu noch kleine Details und wirklich gut geschriebene Geschichten plus ein paar nette Wendungen. So kann man aus recht wenig noch ganz viel machen.
Besonders fällt hier noch auf, wie Wheadon sein Buffy-Universum durchdacht hat. Obwohl “Fray” eigentlich schon älter ist, so gibt es hier unzählige Anspielungen auf ein Ereignis, welches in der gezeichneten Staffel (der Comicstaffel) stattfinden wird.
Die Zeichnungen sind sehr solide bis gut und fallen nicht negativ auf. Die Farben sind recht bunt, passen aber vollkommen zum Stil der Geschichte. Der ganze Stil ist inhaltlich wie auch zeichnerisch recht poppig und unbeschwert.l
Man bekommt mit dem ersten Paperback die ersten acht Ausgaben von “Fray”. Damit enthalten ist eine abgeschlossene Geschichte. Weiteres wurde bisher im Heft selber nicht angekündigt. Ich meine aber auch, dass die Serie in den USA recht schnell gestoppt wurde, kann mich da aber auch irren. Wahrscheinlich ist es auch erst einmal ein Experiment, ob die Serie überhaupt gut ankommt.
Gerade “Fray” ist interessant geschrieben. Die “halbe” Jägerin ist gut umgesetzt worden. Schwierig wird es nur, den”Villain” weiter unterzubringen, da er hier einfach passte, generell aber eher unspektakulär ist.
Fray taucht auch im neuen “Buffy”-Paperbackauf. In dem jetzigen Band bekommt man übrigens viel Hintergrundmaterial, um “Buffy” dann besser lesen zu können. Es ist nicht zwingend, hilft aber ungemein.
“Fray” ist ein kleiner Geheimtipp und jeder, der nur ansatzweise Fan von “Buffy” ist, sollte sich das definitv anschauen. Es revolutioniert nichts, bringt aber Altbewährtes erfrischend neu.



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