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wonderlandband1rdcckkehrinswunderland_760Eigentlich habe ich mich sehr auf die zwei gecancelten Alice-Verfilmungen von Manson und einmal mit Sarah Michelle Gellar gefreut; sehe anhand dieser Umsetzung des Märchens in Comicform, dass das auch arg daneben gegangen wäre. Zwar ist die Geschichte nett und für Sammler von härteren Geschichten und kaum bekleideten Babes auch ein Kaufgrund, ansonsten fehlt aber der Charme, was wahrscheinlich an dem starken Cartoon-Artwork liegt.

Alice ist aus dem Wunderland wieder rausgekommen und hat in der realen Welt eine Familie gegründet. Jahrzehnte sind vergangen, bis Alice einen Selbstmord machen will und die ganze Familie ab da an hellhörig wird. Zwar lebt Alice noch, doch ihre Tochter Calie macht sich seitdem Sorgen um ihr Wohlbefinden. Doch durch das neue Haustier, ein Kaninchen und einen alten Spiegel, gelangt Calie als neue Generation in das Wunderland und deren Bewohner sind allesamt wahnsinnig und blutrünstig.

Man muss zu Gute halten, dass die Geschichte eine interessante Inzenierung besitzt. Mit viel Geschick wird die Geschichte angefangen und nicht ganz so gelungen, jedoch stark interpretiert, zu Ende gebracht. Schlußendlich wird diese Mini-Serie vom Artwork zu Fall gebracht. Die Kolorierung ist zu bunt, die Zeichnungen zu Cartoon- und zu Babeslastig. Der Charme geht verloren und gerade durch die Babes-Komponente, wenn man in jedem zweiten Panel Calies angedeutete Brüste zu angedeutet als Leser entdeckt, kann der Band einfach nicht mehr gewinnen. Es fehlt bei einer surrealen Geschichte einfach ein Zeichner mit surrealem Stil wie McKean. Doch widerum zeigt der Paperback zu wenig Haut, um auf diese Schiene zu fahren und versucht mit viel (versuchtem) Drama auf die anspruchsvolle Schiene zu fahren, denn das Wunderland an sich besichtigt der Leser mehr, als das er wirklich da hinein fährt. Ist man erst drin, werden die wichtigsten Figuren in Form von Slashergestalten vorgestellt, ohne die Figuren durch interessante Charakterisierung oder Dialogen punkten zu lassen. Gerade der Schluß geht dann noch in eine klassische Comic-Schiene mit Opferungen und einer Heldin der Finsternis, was nicht Not getan hätte.

Es ist also schwer, wem man diesen Band empfehlen kann. Sicherlich, für jene, die es härter mögen, sei der Band ohnehin geraten, denn die dargestellten Szenen sind schon explizit und oft, jedoch fehlt für diese Billig-Schiene noch mehr nackte Haut. Für jene, die eine interessante Version des Märchens wollen, sei davon vielleicht abgeraten, denn dafür sind als erstes genannte Szenen doch zu oft da.

Im Zuge der Tim Burton-Verfilmung ist diese Veröffentlichung passend. Wer nicht genug von diesem Märchen bekommen kann und auch durchaus erwachsene Comics mag, kann vielleicht als einziger beruhigt zugreifen.

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