“Bite Club 2″ – CSI trifft die Sopranos/Anne Rice
Vertigo/Wildstorm-Rezis |
29. März 2009 9:40 Uhr |
Bateman |
Der zweite Teil der zweiteiligen Reihe “Bite Club” erscheint im April und ist eine Geschichte von Polizisten, die einen alten Mafiaclan festnehmen wollen. In diesem Sinne sogar richtig alt, denn die Mafiosi sind alles Vampire. Willkommen zu einer Welt, wo Mensch und Vampir eine Koexistenz pflegen. Doch der Schwerpunkt ist nicht auf diesem Horroraspekt gelegt, sondern viel mehr auf die düsteren Abgründe der einzelnen Figuren, egal ob Mensch oder Vampir, und der Kriminalgeschichte selber. Wer ein Fan von “CSI” oder den “Sopranos” ist, der kann sich dieses Werk ruhig genauer anschauen
Erzählt wird die Geschichte der Vampire Crime Unit, eine Spezialeinheit, die sich speziell um Fälle, in denen Vampire verstrickt sind, beschäftigen. Dabei hat es der Ranghöchste der Polizeieinheit auf Risa Del Toro, das Oberhaupt des örtlichen Mafia/Vampirclans, abgesehen. Als dann in der Stadt die Tochter eines Richters ermordet wird und bald noch weitere Leichen kommen, fällt der Verdacht schnell auf Risa. Doch der junge Cop Macavoy ist unsterblich in dem Bann der kriminellen Vampirin und so hat jeder in der Polizeieinheit seine eigenen Plänen um den Verlauf des Falls. Intrigen werden gesponnen.
Der Aspekt bei dieser Serie ist am meisten auf den Krimiaspekt gelegt worden. Man erlebt die Ermittlungen der einzelnen Cops und den Verlauf weiterer Morde. Dabei ist das alles sehr dialoglastig und dramalastig, spart jedoch an gewissen Stellen nicht mit nackter Haut und Blut. Das alles wird mit einem leicht cartoonartigen Zeichensti verbunden, der durch wenige Striche, also wenig Details auffällt. Der Stil ist sicherlich Geschmackssache. Ich konnte damit leben und er passte auch zu dem inhaltlich sehr düsteren Stil, habe aber in dieser Ecke auch schon besseres gesehen wie z.B. Cookes “Spirit” oder “Catwoman”.
Gerade wer Lust auf etwas “Pulp Fiction” hat, sollte hier zugreifen, denn durch die ständig gezeigten nackten Frauen, verbunden mit einer sehr düsteren Krimigeschichte, erinnert es schon an alte “Pulp Fiction”-Hefte bzw. an das Genre “Noir”. Dabei fällt diese Geschichte sogar verdammt düster aus. Es sind nicht nur die Gewaltszenen selber, sondern viel mehr die düsteren Abgründe der Cops selber, die alle “Dreck am Stecken” haben und nicht viel, wenn überhaupt, besser sind als der Mafiaclan, den sie vernichten wollen. Dabei ist gerade Sex in seinem Facettentum ein Thema, allerdings inhaltlich auch gut umgesetzt zur Geschichte und nicht einfach als Wichsvorlage wie es bei “Tarot” der Fall ist.
Man bleibt beim Lesen an der Geschichte dran, leider schaffte es diese aber nicht einen weiter in ihren Bann zu ziehen und auch die Auflösung der Morde lässt einen etwas unbefriedigend stehen. Ein weiteres Problem ist der Genremix. Ich stehe grundsätzlich auf inhaltliche Experimente, doch der Vampiraspekt ist hier nur im Hintergrund, was wahrscheinlich Vampirfans abschrecken wird, ob es dann noch etwas für Fans von Krimigeschichten/Noir ist, ist eine weitere Frage, da es hier ja zur Zeit viel Konkurrenz gibt mit “100 Bullets” (Panini) oder auch “Criminal” (Panini), die ohne Fantasy auskommen.
Soweit ich weiß, ist das erst einmal der letzte Band dieser kurzen Reihe.






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