“Sandman 7: Kurze Leben” – “Wie heißt das, wenn Dinge nicht immer gleich bleiben…” “Wandel.”
Vertigo/Wildstorm-Rezis |
5. März 2009 21:44 Uhr |
Bateman |
Nach jedem weiteren Band danke ich den Verantwortlichen, dass es ein Nachwort gibt, auch wenn dieses nicht unbedingt zu 100% mit meiner Ansicht übereinstimmen muss. Für mich gab es eigentlich immer zwei Arten von “Sandman”-Geschichten. Die, dessen Genialität mich gleich durchdrang wie ein Geistesblitz und die, wo ich am Anfang panisch wurde, weil ich glaube, dass ich die Geschichte nicht verstehen werde und erst allmählich den Geist von Gaiman begriff. Bei “Sandman 7: Kurze Leben” wäre ich ohne Nachwort aufgeschmissen und verstand erst im Nachhinein ansatzweise den Sinn.
Delirium vermisst ihren verschollenen Bruder Destruction und stattet ihren Verwandten einen Besuch ab, damit sie jemanden findet, der mit ihr auf die Suche geht. Mit Dream findet sie den Begleiter, doch dieser hat in seinem Liebeskummer ganz andere Ziele. Dream und seine verrückte Schwester treten an zu einer verrückten Odysee nach Destruction.
Irgendwie kam ich nicht in die Geschichte hinein. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Das Thema, um das es ging, und das habe ich ausnahmsweise selber erahnt und nicht aus dem Nachwort geklaut, ist der Wandel. Veränderungen und die Ewigen machen ihren Namen aller Ehre. Sie akzeptieren keine Veränderung und während dieser Reise gibt es dann doch einige der Ewigen, die ihre Ansichten über den Wandel überdenken.
Grundlegend finde ich das Hauptthema, also Wandel bzw. Veränderung, sehr interessant und es wurde auch grandios umgesetzt. Sein es die Anfänge, wo die Stellungsnahmen der Ewigen gut dargestellt wurden oder gerade das Ende, wo das Thema Veränderung mit dessen Ausführung konsequent durchgeführt wird. Dies bekommt man als Leser gut mit, gerade bei Dream, wenn er sich verändert und abermals menschliches Verhalten an dem Tag legt.
Die Grundgeschichte ist also klasse, aber was ist es denn, was so stört? Es ist die Ausarbeitung der Nebenhandlungsstränge. Diese sind zwar teilweise auch interessant, aber es sind erstens zu viele und man versteht deren Sinn nicht ganz. Sei es der Schamane, der sich in einen Bär verwandelt oder die Ermordung der Bekannten von Destruction. Auch ist die Odysee von Delirium und Dream irgendwie zu unspektakulär, auch wenn es bei einem “Sandman” wahrlich nicht auf Action ankommt.
Die Zeichnungen sind wieder schön “Sandman” und verzichten zwar auf große Splashpages, allerdings schaffen Thompson und Locke in den kleinen Bildern große Kunst. Es sind die kleinen Bilder wie Dream und Delirium, die mit einem Boot zu einer Insel rudern oder Dreams nachdenkliche und traurige Miene, nachdem er Veränderung in sein Leben gelassen hat.
Insgesamt wieder großes Kino mit einem sinnvollen Nachwort, allerdings fehlte der Pepp und ich kam generell in die Geschichte nicht hinein. Neben den Kurzgeschichten in Band 6 ist dies bisher die schwächste Ausgabe.




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