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sandman8_748“Sandman 8: World’s end” dreht sich um zwei Reisende, die auf der Flucht vor einem Schneesturm zu einem Gasthaus kommen. Doch innen angelangt, treffen sie auf die bizarrsten Fabelwesen. Diese Märchenwesen flüchteten ebenfalls vor dem Sturm und was wäre geeigneter, als sich gegenseitig zum Zeitvertreib Geschichten zu erzählen. Der achte Sandman ist recht solide, kann aber nicht auf ganzer Linie überzeugen, denn dafür besitzen die Kurzgeschichten Hänger und noch viel mehr Potential und die Grundgeschichte ist kaum vorhanden.

Inhalt: Brant und Charlene wollten eigentlich nur in die nächste Stadt, doch eine Autopanne und ein Sturm sorgen dafür, dass sie in der Dunkelheit auf ein Gasthaus stossen, welches den Namen “World’s end” trägt. Zuflucht suchend finden sie in dem Haus unzählige Fabelwesen, die ebenfalls Schutz vor dem Sturm suchen, allerdings aus anderen Welten kommen. Während die Bewohner von “World’s end” auf das Ende des Unwetters warten, fangen sie an Geschichten zu erzählen.

Meinung: Irgendwie habe ich das Gefühl, fast jede “Sandman”-Ausgabe niederzumachen, dabei finde ich die Serie eigentlich toll. Hmm, “World’s end” hat mich jedenfalls nicht vom Hocker gerissen. Zwar merkt man Gaimans Charme und Genialität für das Erzählen von Geschichten, allerdings lag hier viel mehr Potential verborgen. Die Hauptgeschichte, also die Geschichte um Brant und Charlene, die auf das Ende des Sturms warten, ist eigentlich eine recht nette Idee, wenn auch nicht unbedingt originell, allerdings entwickelt sie sich zwischen den Geschichten nicht weiter und das Ende haut zwar etwas mehr raus, endet allerdings auch enttäuschend schnell und undramatisch. Generell ist die Grundgeschichte recht emotionslos wie auch ein paar der Geschichten, die Ereignisse um das Gasthaus sind weder sonderlich düster noch dramatisch oder tiefgehend. Selbst bei den Stellen, wo es emotional werden soll, gelingt es nicht wie bei Charlenes Weinen.

Die Kurzgeschichten sind ebenfalls gemischt. Man könnte sie am besten so beschreiben: Es sind zwar alles Jungsabenteuer, um mal zitieren zu wollen, allerdings ist die Ausarbeitung der jeweiligen Geschichten denn immer überraschend tiefgehend und gegen den Trend. So erlebt man eine Horrorgeschichte, eine Geistergeschichte und die Reise eines Schiffs zur Zeit des 18.ten Jahrhunderts. Man muss dann natürlich nicht dem Klischee nachgehen und eine inhaltsleere typische Geschichte schreiben, die nur mit Blut und Gewalt gefüllt ist – schließlich liest man ja den “Sandman” – wenn man aber gar nichts aus den Geschichten macht und sie einfach langweilig sind, und ich glaube, das kann man selbst beim “Sandman” behaupten dürfen, dann ist das auch nicht Sinn der Sache.

Gaiman sagt selber im Band, dass er “World’s end” hauptsächlich geschrieben hat, um mit bestimmten Zeichnern arbeiten zu wollen und so wirkt es auch. Er scheint sich nicht so viel Mühe um den sonst so guten und typischen Humor zu machen wie auch um die Dramaturgie. Er schien lediglich eine Aufhängung, eine Grundidee, gehabt zu haben und bestimmte Orte, wo etwas passieren soll, was aber passieren soll, war ihm selber wohl nicht so klar. Auch ist der Band nicht ganz so tiefgehend – behaupte ich jetzt mal – als sonst.

Trotzdem ist die achte Ausgabe nicht so schlecht, wie ich sie jetzt gemacht habe. Die Geschichten sind von der Idee her recht gut, teilweise auch gut zu lesen, dazu noch sehr unterschiedlich und man merkt deutlich die Arbeiten der verschiedenen Künstlern. Außerdem man wieder Anspielungen auf andere Ereignisse und Figuren aus dem Sandman- und DC-Universum. Die Einleitung von Stephen King ist leider etwas sinnleer, ich würde mich mehr darüber freuen, wenn derjenige, der die Einleitung schreibt, auch etwas über die Ausgabe schreibt.

Fazit: Solide Ausgabe, die für einen “Sandman” aber eigentlich nicht ausreichend genug ist.

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