“The boys 3: Streicheleinheiten” – Gewohnte Klasse, schwarzer Humor, aber immer noch Luft nach oben
Vertigo/Wildstorm-Rezis |
15. März 2009 13:08 Uhr |
Bateman |
Die “boys” sind wieder da! Im folgenden Band erleben wir kleine Einblicke in die Welt des Weibchens, des Franzosen, aber hauptsächlich dreht es sich um Hughie, dem Neuling. Dieser findet nicht nur endlich eine neue Liebe, sondern erfährt noch schrecklichere Fakten über die Supermänner, als er ohnehin schon wusste. Und dann wird auch noch der Waffenstillstand zwischen den “boys” und den “seven” aufgehoben! Vorhang auf für Ennis brutale Anti-Superhelden-Geschichte, quasi “Watchmen” in noch brutaler und mit Humor.
Der Waffenstillstand zwischen beiden Parteien ist so brüchig wie eh und je, da kommen ausgerechnet Hughie und Annie von den “Seven” zusammen. Hughie hat aber noch anderes im Kopf. Jemand, den er tötete, ist wieder auferstanden und er muss ihn zum zweiten Mal umbringen, außerdem will er endlich von der “Legende” wissen, was nun wirklich an den “boys” dran ist.
Die Geschichte geht konsequent weiter und geht mit kleinen Schritten an ein großes Finale ran, gleichzeitig bietet es aber auch Platz für Zwischenmenschliches. So erfährt man einiges über das Weibchen und den Franzosen und vor allem um Hughie. Einzig Mother’s Milk und Butcher bleiben irgendwie sehr blass. Auch der Humor und der Gewaltfaktor sind immer noch recht präsent, auch wenn der zweite Faktor ein bischen runtergefahren wurde. Trotz alledem passiert in Band 3 nicht soo viel. Man nimmt sich Zeit, die ganzen Weiterentwicklungen noch einmal zu überblicken und viele Fragen zu beantworten, die man als Leser hatte. Das tut der Serie gut, auch wenn etwas Spannung in dieser Ausgabe fehlt. Man sieht auch, wie durchdacht Ennis all das angegangen ist. Es ist einfach stimmig.
Die Zeichnungen sind solide. Sie reichen, um die Geschichte zu erzählen und passen auch zur Stimmung der Serie, sind aber ganz sicher nichts Großes. Man sollte weder Splashpages oder sonst etwas diesbezüglich wirklich erwarten.
Ein solider Band in einer sehr guten Serie von Garth Ennis, dem Meister des schwarzen Humors, der es mit dieser Serie auch wieder geschafft hat, nicht nur Gewalt und Humor zu vereinen, sondern auch Gefühle und sogar ein kleines bischen Anspruch in diese Thematik reinzubringen.



(3 Stimmen, im Schnitt: 4.67 von 5) 

1 Kommentar | Einen eigenen Kommentar schreiben
Die Parallele zu “Watchmen” ist gerade in dem Band sehr präsent, da hier auch geschichtliche Ereignisse wegen der Supis verändert werden (was ich übrigens ziemlich interessant finde). Man wird mit genug Antworten gefüttert, dass man befriedigt ist und trotzdem bleibt vieles spannend und im Unklaren. Die Zeichnungen waren in den vorherigen Bänden wirklich schöner und präziser, aber trotzdem passen sie oft doch so perfekt zum Erzählten, dass man die Stimmung, auch gerade von eher banalen Panelen, sich einverleibt und selber spürt.(ging mir z.B. so bei der Bonbon szene zwischen dem Weibchen und Frenchie)
06.05.09 17:29 Uhr | | Nach oben
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