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Als Ableger von den “X-Men” bekam der beliebteste Mutant aus dem Marvel-Universum nun einen eigenen Film. Die Vorgänger bestachen zwar mit Action, besaßen aber auch eine halbwegs interessante Geschichte und vor allem glaubhafte und gelegentlich facettenreiche Figuren. Doch während einem die Trilogie der Mutantenschule positiv in Erinnerung bleibt, so stösst einem “Wolverine” bitter auf. Das einzig positive an dem Projekt ist ist Hugh Jackmans Euphorie mit der Figur des kratzwütigen Mutanten. Der Streifen selber ist nur für Frauen, die bei Jackman schmachten können und anspruchslose Actionfetischisten, denen die Umsetzung des Geballers auch herzlich egal ist. Das Projekt wurde in den Sand gesetzt.

Inhalt: Logan zieht mit seinem Bruder, die beide unsterblich sind, durch die Weltgeschichte, doch als beide sich einer Spezialeinheit verschrieben haben, brechen beide ihre Bruderliebe. Logan zieht sich zurück, doch sein Bruder Victor schwört Rache und begeht eine Tat, die dafür sorgt, dass Logan zu Wolverine wird. Mit tödlichen Metallklauen ausgestattet will er Vergeltung.

Meinung: Zuerst muss ich sagen, dass mein Wissen um Wolverine begrenzt ist. Wichtige Werke wie “Waffe X” kenne ich, einige andere fehlen mir.

“Wolverine” besitzt seinen Schwerpunkt auf Action und zwar ohne Kompromisse. Im Gegensatz zu den “X-Men” verzichtete man auf Tiefgang oder auf Figuren mit Hintergrund. Sogar ganz im Gegenteil. Der Film hat es sich zur Aufgabe gemacht, einerseits der vollendete Popcorn-Film für Zwölf, bis Sechzehnjährige zu werden, der nicht mehr als billige und übertriebene Action wie auch Dialoge, die an Stumpfsinn und gezwungener Coolness kaum zu überbieten sind, besitzt, anderseits will der Film besonders brutal und düster wirken. Irgendwo dazwischen versucht der Film noch eine Brücke zu den “X-Men” zu schlagen und stellenweise, wenn auch kurz, dessen Tiefe zu erreichen. “Gezwungen” ist übrigens das perfekte Stichwort für den ganzen Film, denn er ist genauso gezwungen düster wie brutal und cool, leider erreicht er nichts davon. Aufgrund der Zielgruppe, die sie sicher trotzdem irgendwie erreicht haben, gab es keine Möglichkeit den Film brutaler zu machen. So bleibt der Streifen ziemlich blutarm und muss doch für einzelne Einstellungen und der generellen Selbstjustiz Logans auf FSK 16 geschoben werden. Den Fans scheint es nichts auszumachen, sonst würde “Wolverine” nicht so gut laufen.

Gerade die Figuren des Films fallen besonders negativ auf; sind sie nur Abziehbilder, deren einzige Aufgabe aus dem Zitieren cooler Schnacks und wildes Herumhüpfen besteht. So wirken sie komplett lächerlich, wenn sie in Aktion ihre Kräfte zeigen, jedoch reicht auch meist ihr blosses Aussehen, welches schon fast einer Parodie der Comicfiguren rankommt, um den Zuschauer zum Lachen zu bringen.

Die Action ist häufig da, jedoch fast immer schlecht umgesetzt. So ist es nicht nur das “Overacting”, welches die Szene schon selber lächerlich macht, wenn z.B. ein Ninja mit seinem Schwert tausend Kugeln abhält, sondern sind die dazugehörigen Special Effects auch noch ziemlich schlecht umgesetzt. Entweder erkennt man ganz gut Jackmans Stuntman durch das sture Wegschauen von der Kamera oder man sieht auf ganz übler Weise den Blue Screen, wenn Wolverine Motorrand fährt oder auf der Spitze eines Reaktors kämpft.

Mit der Geschichte wollte man die Vergangenheit Logans in Bezug auf Waffe X wie schon bei X-Men 1 und 2 weiter beleuchten, was eigentlich schon unnötig war, da kaum Fragen offen blieben und ein Prequel oft schlicht langweilig ist, da man weiss, wer überlebt und wie es generell ausgehen wird. So war es prinzipiell hier auch schon, nur dass man die absehbare Geschichte zum Schluss hin noch extra konfus und lächerlich geschrieben hat. So schlägt das Drehbuch weitere Haken, die man eigentlich nicht erwartet hat, u.a. deswegen, weil diese Ausuferungen schlicht keinen Sinn machen. So sieht man einige Charaktere wieder, die diesmal von anderen Schauspielern gespielt werden und teilweise auch anders dargestellt werden, wobei man merkt, dass die Macher schon versucht haben sich anzupassen.

Ich könnte noch so viel schreiben, was hier nicht stimmte, aber will und muss mich bremsen. Die Nähe zu den Comics ist übrigens nur bedingt. Zwar sind wichtigen Stationen Logans hier aufgefangen, aber doch geht man eigene Pfade, die dann widerum schlecht umgesetzt werden. Logans Verbindung zu Sabretooth ist nicht ganz richtig, genauso wie die Geschehnisse bei Waffe X nicht ganz so verknüpft waren, wie hier dargestellt. Auch die Figur selber, also Logan, wurde imo nicht verstanden, da er einfach zu moralisch wirkt. Ist das Wesen der Comicfigur so wechselhaft wie ein Blatt im Wind, so ist er im Film ja noch nicht einmal ein Anti-Held, sondern viel mehr eine Figur, die klare moralische Werte hat.

Fazit:

Sehr enttäuschender Film, der nur Action bietet, die noch schlecht inzeniert wurde. Einzig Jackmans Hingabe und die Verknüpfungen zu den X-Men retten den Film auf einen zweiten Stern.

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