“Wolverine” (Die Comicverfilmung) - Verkackt
Verfilmungen |
19. Mai 2009 20:21 Uhr |
Bateman |
Als Ableger von den “X-Men” bekam der beliebteste Mutant aus dem Marvel-Universum nun einen eigenen Film. Die Vorgänger bestachen zwar mit Action, besaßen aber auch eine halbwegs interessante Geschichte und vor allem glaubhafte und gelegentlich facettenreiche Figuren. Doch während einem die Trilogie der Mutantenschule positiv in Erinnerung bleibt, so stösst einem “Wolverine” bitter auf. Das einzig positive an dem Projekt ist ist Hugh Jackmans Euphorie mit der Figur des kratzwütigen Mutanten. Der Streifen selber ist nur für Frauen, die bei Jackman schmachten können und anspruchslose Actionfetischisten, denen die Umsetzung des Geballers auch herzlich egal ist. Das Projekt wurde in den Sand gesetzt.
Inhalt: Logan zieht mit seinem Bruder, die beide unsterblich sind, durch die Weltgeschichte, doch als beide sich einer Spezialeinheit verschrieben haben, brechen beide ihre Bruderliebe. Logan zieht sich zurück, doch sein Bruder Victor schwört Rache und begeht eine Tat, die dafür sorgt, dass Logan zu Wolverine wird. Mit tödlichen Metallklauen ausgestattet will er Vergeltung.
Meinung: Zuerst muss ich sagen, dass mein Wissen um Wolverine begrenzt ist. Wichtige Werke wie “Waffe X” kenne ich, einige andere fehlen mir.
“Wolverine” besitzt seinen Schwerpunkt auf Action und zwar ohne Kompromisse. Im Gegensatz zu den “X-Men” verzichtete man auf Tiefgang oder auf Figuren mit Hintergrund. Sogar ganz im Gegenteil. Der Film hat es sich zur Aufgabe gemacht, einerseits der vollendete Popcorn-Film für Zwölf, bis Sechzehnjährige zu werden, der nicht mehr als billige und übertriebene Action wie auch Dialoge, die an Stumpfsinn und gezwungener Coolness kaum zu überbieten sind, besitzt, anderseits will der Film besonders brutal und düster wirken. Irgendwo dazwischen versucht der Film noch eine Brücke zu den “X-Men” zu schlagen und stellenweise, wenn auch kurz, dessen Tiefe zu erreichen. “Gezwungen” ist übrigens das perfekte Stichwort für den ganzen Film, denn er ist genauso gezwungen düster wie brutal und cool, leider erreicht er nichts davon. Aufgrund der Zielgruppe, die sie sicher trotzdem irgendwie erreicht haben, gab es keine Möglichkeit den Film brutaler zu machen. So bleibt der Streifen ziemlich blutarm und muss doch für einzelne Einstellungen und der generellen Selbstjustiz Logans auf FSK 16 geschoben werden. Den Fans scheint es nichts auszumachen, sonst würde “Wolverine” nicht so gut laufen.
Gerade die Figuren des Films fallen besonders negativ auf; sind sie nur Abziehbilder, deren einzige Aufgabe aus dem Zitieren cooler Schnacks und wildes Herumhüpfen besteht. So wirken sie komplett lächerlich, wenn sie in Aktion ihre Kräfte zeigen, jedoch reicht auch meist ihr blosses Aussehen, welches schon fast einer Parodie der Comicfiguren rankommt, um den Zuschauer zum Lachen zu bringen.
Die Action ist häufig da, jedoch fast immer schlecht umgesetzt. So ist es nicht nur das “Overacting”, welches die Szene schon selber lächerlich macht, wenn z.B. ein Ninja mit seinem Schwert tausend Kugeln abhält, sondern sind die dazugehörigen Special Effects auch noch ziemlich schlecht umgesetzt. Entweder erkennt man ganz gut Jackmans Stuntman durch das sture Wegschauen von der Kamera oder man sieht auf ganz übler Weise den Blue Screen, wenn Wolverine Motorrand fährt oder auf der Spitze eines Reaktors kämpft.
Mit der Geschichte wollte man die Vergangenheit Logans in Bezug auf Waffe X wie schon bei X-Men 1 und 2 weiter beleuchten, was eigentlich schon unnötig war, da kaum Fragen offen blieben und ein Prequel oft schlicht langweilig ist, da man weiss, wer überlebt und wie es generell ausgehen wird. So war es prinzipiell hier auch schon, nur dass man die absehbare Geschichte zum Schluss hin noch extra konfus und lächerlich geschrieben hat. So schlägt das Drehbuch weitere Haken, die man eigentlich nicht erwartet hat, u.a. deswegen, weil diese Ausuferungen schlicht keinen Sinn machen. So sieht man einige Charaktere wieder, die diesmal von anderen Schauspielern gespielt werden und teilweise auch anders dargestellt werden, wobei man merkt, dass die Macher schon versucht haben sich anzupassen.
Ich könnte noch so viel schreiben, was hier nicht stimmte, aber will und muss mich bremsen. Die Nähe zu den Comics ist übrigens nur bedingt. Zwar sind wichtigen Stationen Logans hier aufgefangen, aber doch geht man eigene Pfade, die dann widerum schlecht umgesetzt werden. Logans Verbindung zu Sabretooth ist nicht ganz richtig, genauso wie die Geschehnisse bei Waffe X nicht ganz so verknüpft waren, wie hier dargestellt. Auch die Figur selber, also Logan, wurde imo nicht verstanden, da er einfach zu moralisch wirkt. Ist das Wesen der Comicfigur so wechselhaft wie ein Blatt im Wind, so ist er im Film ja noch nicht einmal ein Anti-Held, sondern viel mehr eine Figur, die klare moralische Werte hat.
Fazit:
Sehr enttäuschender Film, der nur Action bietet, die noch schlecht inzeniert wurde. Einzig Jackmans Hingabe und die Verknüpfungen zu den X-Men retten den Film auf einen zweiten Stern.






8 Kommentare | Einen eigenen Kommentar schreiben
Ein bißchen zu negativ betrachtet. Man darf nicht vergessen, dass Filme für die breite Masse gedreht werden, denn würde man das nicht machen würden sie nur auf DVD im Inland herauskommen. Eine Frage des Geldes, eben. So gesehen hat der Film das gehalten, was er verspricht: Unterhaltung. Und er hat der breiten Masse die Figur näher gebracht.
20.05.09 09:45 Uhr | | Nach oben
Ich gebe zu, dass es schon Spaß gemacht möglicht negativ zu schreiben, allerdings bleibe ich trotzdem bei meinen Behauptungen, denn bei einer Buchverfilmung beschwert man sich ja auch, wenn sie nicht dem Original gleicht und gerade die Wagnisse in einer Filmproduktion sorgen dafür, dass vielleicht ein kleines Juwel entsteht.
21.05.09 07:57 Uhr | | Nach oben
Tja, ich stimme zwar in den meisten Punkten mit Bateman überein, aber da ich von vorne herein nichts anderes erwartet und in dem Sinne auch nichts anderes gewollt habe, gibt es von mir noch drei Sterne. Denn auf dem entsprechenden (niedrigen) Niveau wurden ich durchaus recht gut unterhalten. Einzig die technischen Fehler waren wirklich störend. Die neue Interpretation von Sabertooth hat mir auch ziemlich gut gefallen( bin allerdings kein guter Kenner der Comicfigur).
24.05.09 02:34 Uhr | | Nach oben
Peuh. Wie kann man so was denn auch noch erwarten und dann ins Kino gehen?
07.06.09 23:17 Uhr | | Nach oben
Ich fand man konnte den Film gucken und mehr nicht. Eigentlich schaue ich mir die Superheldenfilme immer mit Abstand zu den Comics an. Denn auch ich weiß, daß er für die Masse ggedreht wird.
Hier stimmte aber zu vieles nicht!! Ansonsten ist es einer der wenigen Hero Verfilmungen, die ich mir nicht noch einmal anschauen werde.
Zum Thema Geschmack: Der Punisher War Journal lief bei uns noch nicht einmal im Kino! Ich habe mir die US Version angeschaut: Wahnsinn!! So ist ER!!!!!!!!!!!!!!
15.06.09 01:01 Uhr | | Nach oben
Joa, man konnte ihn gucken, aber dafür musste man schon sehr viel ausblenden im eigenen Gehirn. Finde es erschreckend, dass so viele ihn gut fanden.
Wegen Punisher: Ich würde mir den neuen gerne ansehen, bin aber recht überrascht, dass du ihn gut findest. Hatte bisher leider nur schlechtes gehört, hoffe natürlich aber das beste.
29.06.09 20:59 Uhr | | Nach oben
Ich habe mir die Dvd Box wo alle vier X-Men teile drinen sind gekauft die box ist weg werfen und habe denn noch einmal eine chance gegeben gott ist schlecht und langweilig Deadpool ich kenne die Figur nicht aber langweilig das mich am meisten gestört. Die ganzen Logikfehler und das vorherseh bare, meine persönlich frage glaub du das zweite teil besser oder schlechter wird als der zweite oder genauso?
29.01.10 23:56 Uhr | | Nach oben
Wenn der zweite Teil angeblich in Japan spielen soll, ist auf jeden Fall Potential da. Aber ich glaube trotzdem nicht, dass es ansatzweise besser wird.
31.01.10 23:46 Uhr | | Nach oben
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